Deutscher Fernsehsender verklagt Bürgermeister von Puerto de la Cruz


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Lokalpolitiker und der Besitzer von Teide-TV liegen seit Monaten im Clinch

Die monatelangen Querelen zwischen dem örtlichen Fernsehsender Mi Tierra TV, der sich freundschaftlicher Beziehungen mit verschiedenen Lokalpolitikern rühmen kann und dem deutschsprachigen Fernsehsender Teide-TV (das Wochenblatt berichtete) haben jetzt offenbar ihren Höhepunkt erreicht.

Der deutsche Eigentümer des Senders hat Puertos Noch-Bürgermeister Marcos Brito wegen verleumderischer und beleidigender Aussagen gegen ihn und seine Mitarbeiterin verklagt.

Wie es heißt, hatte Teide-TV „aktiv“ in den Wahlkampf eingegriffen, indem der Sender seine Kamera ausschließlich auf negative Punkte in der Touristenstadt gerichtet hatte und wilde Mülldeponien, beschädigte Straßen und Treppen und viele andere schwarze Punkte in der Stadt in seinen Sendungen zeigte. Die Opposition quittierte diese unerwartete Wahlkampf-Hilfe offenbar mit einer gewissen Sympathie für die Autoren.

Schließlich platzte Marcos Brito der Kragen. Bei der Präsentation seiner Kandidaten in einer öffentlichen Veranstaltung nannte er die Autoren der Sendungen „Söldner“ und ließ durchblicken, dass sie möglicherweise für ihre Propaganda-Arbeit eine Vergütung erhalten. Der Wahlkampf habe in Ruhe und Besonnenheit abzulaufen und nicht auf der Basis von Disqualifikationen. In einer Sendung von Mi Tierra TV legte er noch einmal nach: „Sie reden den ganzen Tag schlecht über Puerto de la Cruz und wenn sie suchen finden sie auch etwas. Sie sind Söldner, die unsere Stadt angreifen und den Bürgermeister und dann folgt eine Erpressung. Sie verlangen, dass wir ihnen Mittel geben, die wir nicht haben“.

Wie die Zeitung La Opinión erfahren haben will, verlangen die Kläger von Marcos Brito eine öffentliche Entschuldigung sowie 200.000 Euro Entschädigung.

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