Deutsche Solartechnik an der Deutschen Schule Teneriffa


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Feierliche Einweihung der eigenen Photovoltaikanlage – Ein wichtiger Schritt in die Zukunft

Im Foyer der Deutschen Schule in Tabaiba hängt seit kurzem ein großes Display, auf dem alle Schüler, Lehrer und Besucher ablesen können, wieviel Strom „ihre” Solaranlage bereits produziert hat und vor allem – pädagogisch besonders wertvoll – wie viel CO2 dadurch bereits eingespart werden konnte.

In Anwesenheit von Vertretern des öffentlichen Lebens der Insel wie Carlos Alonso, Victor Pérez Borrego und Josefa García, Vizepräsident und Ressortchefs der Inselverwaltung, der Vizebürgermeisterin von El Rosario, Ana Lupe Mora Padilla, des deutschen Konsuls auf den Kanarischen Inseln Peter-Christian Haucke, des Schulvorstandes sowie Repräsentanten der an dem Projekt beteiligten deutschen und hiesigen Unternehmen hat die Deutsche Schule am 8. November eine 384 Module umfassende Photovoltaik-Anlage eingeweiht, die auf den Flachdächern der Schulgebäude montiert worden sind.

Es handelt sich um ein Projekt der Deutschen Energie-Agentur DENA, das unter dem Titel „Sonnendächer für deutsche Schulen und Institutionen im Ausland“ läuft und vom Minis­terium für Wirtschaft und Technologie der Bundesregierung teilfinanziert wird.

Bei dem Festakt im Schulfoyer wurde die Anlage offiziell eingeweiht, bevor die Schulband die Veranstaltung mit einer musikalischen Einlage in der Aula eröffnete.

Frau Erdmut Fox, die Direktorin der Deutschen Schule wies in ihrer Begrüßungsansprache darauf hin, dass die Anlage nicht nur für die Erzeugung sauberer Energie vorbildlich ist, sondern auch in pädagogischer Hinsicht hilfreich sein kann. Sie wird nicht nur in verschiedenen Fächern Gegenstand des Unterrichts werden, sondern kann den Schülern für die Wahl ihres Studiums und des späteren Berufes wertvolle Informationen liefern. „Die Solar-Experimentierkoffer“, so Frau Fox, „die von der federführenden Firma, der Solon AG, für den Unterricht zur Verfügung gestellt wurden, finden in den Klassen großen Anklang. Die Photovoltaikanlage holt ein Stück reale Lebenswelt in den Schulalltag. Sie zeigt, dass gesellschaftlich verantwortungsvolles Handeln auch ökonomisch erfolgreich sein kann.”

Solartechnik „made in Germany”

Matthias Raab, der Vertreter der DENA erläuterte in seiner Ansprache, dass die Inbetriebnahme der Anlage ein weiterer Schritt des Projektes „Sonnendächer in Spanien“ ist, wo inzwischen vier solcher Solarstrom-Anlagen existieren. Weltweit laufen weitere 14 vergleichbare Projekte in 13 verschiedenen Ländern. Ziel dieser „Leuchttturmprojekte” ist es, die deutsche Solar-Technologie im Ausland zu präsentieren und damit Wirtschaftsbeziehungen zu Unternehmen in den betreffenden Ländern zu knüpfen. Für die Installation auf Teneriffa verantwortlich zeigte sich die deutsche Solon AG für Solartechnik in Kooperation mit den Firmen SolarMarkt AG und Sunways AG.

In der Deutschen Schule wurden gleichzeitig zwei Anlagen montiert: die kleinere, von der DENA finanzierte Demonstrationsanlage mit 26 Modulen erstreckt sich über eine Fläche von 26 qm an der Fassade des Gebäudes und hat eine Spitzenleis­tung von 3,51 kWp. Die größere Anlage – vom Schulverein finanziert – wurde auf dem 3.400 qm großen Flachdach des Schulgebäudes installiert und besteht aus acht Paneelen von je 48 Modulen, die 84,48 kWp leisten.

Roland Schumann, der Schatzmeis­ter des Schulvereins und ehemalige Schüler der Deutschen Schule, freute sich in seiner Ansprache besonders über den umwelterzieherischen Aspekt für die Schüler, nicht zuletzt weil er selbst heute seine drei Kinder auf die Schule schickt.

Aber auch wirtschaftlich muss die Anlage vor allem für einen Schatzmeister vorteilhaft sein. Wie Schumann erläuterte, wurde zur Deckung der Kosten von rund 240.000 € ein Bankkredit aufgenommen, der sich durch die Einnahmen aus dem Verkauf des erzeugten Stroms amortisiert. Nach rund zehn Jahren könne der Kredit vollständig getilgt werden und die weiteren Einnahmen komplett der Schule zufließen.

Konsul Haucke, der erst vor zwei Monaten sein Amt auf den Kanaren antrat und die Deutsche Schule in Tabaiba bei dieser Gelegenheit zum ers­ten Mal besuchte, bestaunte die großzügigen Einrichtungen und lobte die Initiative der Installation einer Solarstrom-Anlage.




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