Der ewige Querulant


Parlament verabschiedet Resolution gegen El Día

Aufgrund der anhaltenden Angriffe auf die Insel Gran Canaria in den Leitartikeln der Zeitung El Día von Teneriffa, fand Ende September eine Parlamentssitzung statt. Dabei wurde von den drei Parteien PSC, CC und PP einstimmig eine Resolution gegen „die Attacken auf die Einheit der Canarios, die Würde Gran Canarias und seiner Einwohner sowie die xenophobe Haltung und die Aufhetzung zur Auflehnung gegen die Verfassung“ verabschiedet.

Der Herausgeber und Direktor der Zeitung El Día ist flammender Verfechter der Unabhängigkeit der Kanarischen Inseln und sieht den Archipel als Kolonie Spaniens, ein Zustand der seiner Ansicht nach den unfähigen Politikern Gran Canarias zu verdanken ist. Weiter verlangt er, dass der Insel Gran Canaria das „Gran“ im Namen aberkannt wird, da es geschichtlich nicht zu belegen sei und der Insel einen Titel als „Große“ verleiht, den sie nicht verdient. Dafür vertritt José Rodríguez leidenschaftlich die Interessen Teneriffas. Dabei nimmt er kein Blatt vor den Mund, und seine Äußerungen sind oftmals Schläge unter die Gürtellinie und grenzen an Respektlosigkeit. Auch vor gezielten Angriffen auf einzelne Personen schreckt José Rodríguez nicht zurück.

Bislang wurde das Thema lediglich von Zeit zu Zeit von anderen Zeitungen aufgeriffen, die in ihren Editorials ihre Meinung dazu äußerten, sich angesichts der offensichtlichen Unbelehrbarkeit des El Día-Direktors dann wieder zurückzogen. Doch die zunehmende Aggressivität der Leitartikel in El Día hat den Bogen schließlich überspannt. Zunächst meldete sich das Cabildo von Gran Canaria zu Wort, das einen Tadelsantrag gegen die ideologische Ausrichtung der Zeitung verabschiedete. Dass die Diskussion über die journalistischen Ergüsse von José Rodríguez es letztlich bis vors Parlament geschafft hat, wurde von verschiedenen Seiten kritisiert. Die Zeitung selbst sieht in der Resolution eine klare Verletzung der Meinungsfreiheit und kündigt eine Verfassungsbeschwerde sowie Strafanzeige gegen die Parlamentsabgeordneten an.

Inzwischen haben sich verschiedene Politiker von der Resolution des Parlaments dis­tanziert und unter Berufung auf das Recht auf Meinungsfreiheit Partei für El Día ergriffen. Unter anderem stellten sich Santa Cruz’ Bürgermeister Miguel Zerolo (CC) und Vizebürgermeister Ángel Llanos (PP) auf die Seite von José Rodríguez und damit gegen ihre eigenen Parteien. Ob ihre Entscheidung damit zusammenhängt, dass in einem Editorial von El Día zwischen den Zeilen die Drohung gelesen werden konnte, bislang Unbekanntes über verschiedene Politiker zu veröffentlichen, sollten die Angriffe auf die freie Meinungsäußerung der Zeitung andauern, sei dahingestellt. Die Schlacht hat begonnen…




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