Den letzten Zug nicht verpassen


© Moisés Pérez

Konsortium zur Erneuerung von Puerto de la Cruz wurde gegründet

Am 19. Oktober wurde in Puerto de la Cruz formell das „Consorcio de Rehabilitación“ von Puerto de la Cruz gegründet, das allgemein als große Chance für die Urlauberstadt angesehen wird.

Es geht um Geld, wahrscheinlich sogar sehr viel Geld, zur dringend nötigen Wiederbelebung der einst so florierenden Urlauberstadt, die in den letzten Jahren immer mehr an Wettbewerbsfähigkeit verloren hat.

Im Konsortium, das über eine Startfinanzierung von 5,8 Millionen Euro verfügt, schließen sich die Zentralregierung, die kanarische Regionalregierung, das Cabildo von Teneriffa und die Stadtverwaltung von Puerto de la Cruz zusammen. Die Präsidentschaft wird Antonio Bernabé, Direktor des spanischen Fremdenverkehrsinstituts Turespaña übernehmen; Rita Martín, Leiterin des kanarischen Tourismusressorts, wurde zur Vizepräsidentin gewählt. Die Wahl des Geschäftsführers dagegen wird per öffentlicher Ausschreibung erfolgen und man hofft, diese wichtige Personalie bis Ende November gefunden zu haben.

Für Sebastián Ledesma, Generaldirektor für touristische Infrastrukturen der Regionalregierung, bedeutet die Gründung dieses Konsortiums „endlich Hand anzulegen“ – die Zeit der Diagnosen und Studien sei vorbei, das Konsortium sei jetzt da, um zu handeln. „Ohne die Beteiligung der privaten Wirtschaft und der Bevölkerung geht es jedoch nicht“, fügte er hinzu.

Darin waren sich alle Beteiligten einig, denn die Rettung für Puerto de la Cruz sei nicht einzig und allein in Bauprojekten zu suchen, sondern der Zweck des Konsortiums sei es, Puerto de la Cruz als Urlaubsziel komplett neu zu erfinden. 

Dazu gehören zwar Infrastrukturmaßnahmen, jedoch sei die generelle Umstellung auf ein neues Tourismusmodell und damit eine Änderung der Mentalität viel wichtiger.

Der Großteil der Gelder für zukünftige Maßnahmen wird aus den Töpfen des „Plan Horizonte 2020“, einem Subventionsprogramm der spanischen Regierung, das die Nachhaltigkeit des spanischen Tourismusmodells sichern soll, und vom „Abkommen für Wettbewerbsfähigkeit und Qualität des Tourismus der Kanaren 2008 – 2020“ der kanarischen Regierung kommen. Ein wichtiger Bestandteil dieser Programme ist die Erstellung neuer Konzepte für „reife“ Urlaubsgebiete, die ein neues Tourismuskonzept benötigen, um zu überleben.

Die Größenordnung dieser Chance wird einem bewusst, wenn man sich die anderen Urlaubsregionen anschaut, in denen bereits Konsortien im selben Rahmen gegründet wurden: Costa del Sol, Playa de Palma und San Bartolomé de Tirajana auf der Nachbarinsel Gran Canaria – allesamt Vorreiter des Tourismus in Spanien, die nun mehr oder minder die gleichen Probleme aufweisen – mit jeweiligen Budgets von 100, 424 und 474 Millionen Euro.




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