Demo gegen Lücken im Gesundheitswesen


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Gewerkschaften rufen zu einer Kundgebung am 24. März in Santa Cruz de Tenerife auf

Die Gewerkschaft UGT und das Syndikat des Krankenpersonals SAE haben für den 24. März zu einer Demonstration wegen der gravierenden Mängel im Gesundheitswesen auf Teneriffa aufgerufen. Die Forderung lautet: mehr Qualität und eine bessere Koordination der Krankenhäuser, Gesundheitszentren, Ambulanzen, etc.

Die Arbeitnehmervertretungen monieren die Lücken in der Verwaltung und Koordination des Gesundheitswesens, die zu einer Überlastung der Notaufnahmen der Krankenhäuser und auch zu einem geringen Vertrauen der Patienten in die gesundheitlichen Dienstleistungen führe. Des Weiteren wird moniert, dass nicht ausreichend Präventionsprogramme, z.B. im Hinblick auf die Häufigkeit von Diabetes und Fettleibigkeit auf den Inseln, durchgeführt werden.

In den vergangenen Wochen machte erneut eine Überlastung der Notaufnahme im Inselkrankenhaus HUC Schlagzeilen. Angesetzte Operationstermine mussten zum Teil verschoben werden, weil die Ärzte in der Notaufnahme gebraucht wurden. Dabei sind die Wartelisten für verschiedene Eingriffe ohnehin lang genug. Seit Jahren wird daran gearbeitet, diese Listen zu verkürzen, mit mäßigem Erfolg.

„Jemand muss doch etwas unternehmen“, sagt UGT-Sprecherin María José Castañeda. Vor einigen Tagen haben sich Arbeitnehmervertreter vor den Krankenhäusern HUC und La Candelaria versammelt und mit verbundenen Augen zu verstehen gegeben, dass die Gesundheitsbeauftragte María del Mar Julios die Augen vor den Problemen des Gesundheitssystems auf den Inseln verschließt.

Auch Intersindical Canaria meldete sich zu Wort. „Ebenso gravierend wie die chaotische Lage des öffentlichen Gesundheitswesens ist die Reaktion der zuständigen Gesundheitsbehörde, die das Problem herunterspielt und es mit dem Bau zweier neuer Krankenhäuser im Norden und Süden zu lösen sucht, die aber erst in fünf Jahren betriebsbereit sein werden“, sagte Intersindical Canaria-Sprecher Jaime Bethencourt. Das Syndikat beanstandet außerdem, dass der durchschnittliche Krankenhausaufenthalt eines Patienten auf den Kanaren 15 bis 20 Tage beträgt, während es auf dem Festland nur eine Woche ist. Dies stellt nach Ansicht der Arbeitnehmervertretung die Unfähigkeit der hiesigen Gesundheitsbehörde unter Beweis. Außerdem liege das Fachpersonaldefizit auf den Kanaren 15% höher als auf dem Festland.

Zur Demo am 24. März sind das Fachpersonal ebenso wie die Betroffenen, also die gesamte Inselbevölkerung, aufgerufen. Treffpunkt ist um 12 Uhr an der Blumenuhr im Stadtpark García Sanabria. Von dort aus soll der Protestmarsch durch die Straßen der Innenstadt bis zum Sitz der Gesundheitsbehörde führen.

Um Punkt 12 Uhr wird außerdem die Arbeit in den Inselkrankenhäusern und Gesundheitszentren für fünf Minuten ruhen.




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