Demo gegen Hafenbau


© Almut Krüger

Tausende protestierten erneut gegen Granadillas umstrittenes Projekt

Fast 10.000 Menschen gingen nach Angaben der Veranstalter am 12. November in Santa Cruz auf die Straße, um erneut gegen den bereits begonnenen Hafenbau in Granadilla zu demonstrieren. Laut Schätzungen der Polizei waren es 3.000 Demonstranten.

Der Protestmarsch mit Transparenten und Spruchbändern mit Aufschriften wie „Ja, es ist noch zu stoppen“, „Nein zum Hafen von Granadilla“ oder „Weniger Industriehäfen und mehr Schulen und Krankenhäuser“ ging vom Sitz der Hafenbehörde von Santa Cruz am Hafen entlang der Avenida Anaga bis zur Plaza de La Candelaria, wo ein Manifest verlesen wurde. Die Aussage lautete: Gemeinsam werden wir diesen Hafen stoppen.

Zu den Veranstaltern der Kundgebung zählten unter anderem Vertreter der alternativen Parteien „Sí se puede“, „Por Tenerife“, „Asamblea Nacionalista Canaria“, „Partido Comunista del Pueblo Canario“, „Ciudadanos de Santa Cruz“, Vertreter von Gewerkschaften, Universitäten, Umwelt- und Tierschützer.

Die Demonstranten halten die Folgen des Hafenbaus für die Umwelt für beispiellos. Mehrfach ist das umstrittene Projekt schon als „ökologisches Attentat“ bezeichnet worden, das sich äußerst negativ auf die Ökosysteme des Meeres, die Seegraswiesen und auch Ökosysteme an der Küste auswirken wird. Die Projektgegner wettern außerdem gegen die Verschleuderung öffentlicher Mittel für eine völlig unnötige Infrastruktur, während der Primärsektor vernachlässigt wird. Sie bezeichnen den Hafen in Granadilla als „unnütze Infrastruktur“ und fordern stattdessen die Wiederbelebung und den Ausbau des Hafens von Santa Cruz.

Viele, zum Teil sehr erstaunte Zuschauer fanden die Demonstranten in den Tausenden von Touristen, die am Vortag an Bord mehrerer Kreuzfahrtschiffe Santa Cruz erreicht hatten und in der Stadt unterwegs waren.




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