Das Franco-Denkmal in Las Raíces wird entfernt


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Geplant ist die Anlage einer Freizeitstätte ohne Bezug zu den Bürgerkriegsparteien

Vierzig Jahre sind seit dem Tod des spanischen Staatschefs und Diktators Francisco Franco vergangen. Seitdem 2008 das sogenannte Gesetz des „historischen Gedenkens“ vom spanischen Parlament verabschiedet wurde, sind in unzähligen Gemeinden Straßen umbenannt und an den Franquismus erinnernde Denkmäler und Statuen entfernt worden.

Auch in der Gemeinde El Rosario hatte der Stadtrat beschlossen, einen Obelisken in Las Raíces zu entfernen, der an den 17. Juni 1936 erinnert, den Tag, an dem General Franco und seine Offiziere den Aufstand gegen die zweite Republik planten.

Dieser Beschluss liegt allerdings schon sieben Jahre zurück. Probleme bei der Zuständigkeit und mangelnde Finanzierung haben dazu geführt, dass der Obelisk weiter an der gleichen Stelle steht und schon mehrmals vandalischen Akten zum Opfer gefallen ist (das Wochenblatt berichtete).

Nun scheint es aber so weit zu sein. Das Cabildo von Teneriffa wird das aus Francos   Zeiten stammende Monument entfernen. Geplant ist die Anlage eines Parks, der an die damaligen Begebenheiten erinnern soll, doch ohne jeglichen Bezug zu einer der beiden Parteien des Spanischen Bürgerkrieges herzustellen.

Diese langerwartete Entscheidung ist das Ergebnis unzähliger Gespräche zwischen dem Inselrat für Umweltfragen, José Antonio Valbuena, und der Präsidentin des „Verbandes des historischen Gedenkens“ der Kanarischen Inseln, Mercedes Pérez Schwartz. 

Nachdem die spanische Regierung die zur Entfernung von Franco-Denkmälern vorgesehenen Mittel praktisch vollkommen gestrichen hatte, ist es für Mercedes Pérez Schwartz eine besondere Befriedigung, dass das Monument nach einer so langen Wartezeit endlich entfernt wird. 

Der Obelisk, der eigentlich seinen Platz im Militärmuseum bekommen sollte, wird nun zerstört. Valbuena erklärte, das Monument erinnere an einen antidemokratischen Staatsstreich und sei es somit nicht wert, im Museum einen Platz zu erhalten. Das Cabildo wird für die Entsorgung des Obelisken aufkommen.

Geringe Unterstützung

„Jegliche Hilfe bei der Suche nach den Gräbern der Bürgerkriegsopfer wurde uns gestrichen, und nur wenige Gemeinden haben uns in unserem Anliegen, die franquistischen Symbolik zu entfernen, unterstützt. Die Gemeindeverwaltung von La Orotava, insbesondere aber das Rathaus von Santa Cruz, waren dagegen sehr zuvorkommend“, erklärte Mercedes Pérez Schwartz. Sie ist die Tochter des letzten republikanischen Bürgermeisters von Santa Cruz, José Carlos Schwartz, der seit dem 2. Oktober 1936 als verschollen gilt.

Dank der Unterstützung beider Gemeinden konnten die Angehörigen der Vermissten Ausstellungen und Konferenzen zum Thema Bürgerkrieg organisieren und ein Massengrab auf dem Friedhof von San Juan öffnen lassen.




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