„D-Day“ 2. April


© Moisés Pérez

Urbanismusamt von La Laguna will Alcampo-Anbau definitiv schließen

Der „D-Day“ ist für den 2. April angesetzt. An diesem Tag soll der Alcampo-Anbau, die Einkaufszeile, in der zahlreiche Geschäfte untergebracht und etwa 100 Mitarbeiter beschäftigt sind, abgesperrt und folglich geschlossen werden.

Bis es nicht soweit ist, ist trotzdem nichts sicher. Denn Alcampo SA hat nach langem Hin und Her vor Gericht und mehreren Urteilen Ende letzten Jahres einen neuen Prozess angestrengt, in dem noch kein Urteil vorliegt.

Die Hypermarktkette Alcampo wurde seinerzeit vom Verband der kleinen und mittleren Unternehmen (Fedeco) gemeinsam mit den Sozialisten von La Laguna angezeigt, weil angeblich für den Anbau keine Baulizenz vorlag. Das Unternehmen hatte einen entsprechenden Antrag beim Rathaus eingereicht und das darauf folgende zweijährige Schweigen der Verwaltung als „stillschwei­gende Zustimmung“ gewertet und mit dem Bau begonnen. Eine erste Gerichtsverhandlung brachte nicht den gewünschten Erfolg und gab Alcampo sogar Recht. Daraufhin legten die Kläger Einspruch beim Obersten Kanarischen Gerichtshof ein. Ende 2007 fiel erstmals das Wort „Abriss“. Der Richter befand sämtliche Lizenzen für ungültig. Der Einspruch der Gemeinde La Laguna, der auf dem Argument basierte, dass zwei vollkommen gegensätzliche Urteile vorliegen, hatte keinen Erfolg.

Das bislang letzte Urteil, das die Stadt La Laguna nun durch das Urbanismusamt vollstre­cken will, erging durch den Obersten Kanarischen Gerichts­hof. Am 2. April um 10.00 Uhr soll die Einkaufspassage, in der zahlreiche Geschäfte untergebracht sind, abgesperrt und geschlossen werden.

30 Millionen Euro Schadensersatz

Alcampo schätzt die Schadensersatzklage, die auf die Schließung folgen wird, auf 30 Millionen Euro. Dieser Betrag übersteigt sogar die Kalkulation der sozialistischen Opposition im Rathaus, die vorhergesagt hatte, dass auf die Gemeinde eine Entschädigungsklage in Höhe von rund 25 Millionen Euro zukommen wird. Alcampo will Schadensersatz für die Baukosten, die Image-Schädigung, die einzelnen Geschäftsfilialen, die Mitarbeiter und viele Punkte mehr fordern.




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