Chinyero – 18. November vor 100 Jahren


© M. Pérez

100-Jahrfeier für den Vulkan

Die Eruption des Chinyero in der Gemeinde Santiago del Teide auf Teneriffa war der letzte Vulkanausbruch auf der Insel. Der Vulkan begann am 18. November 1909 Feuer zu spucken und kam erst zehn Tage später wieder zur Ruhe.

Im November gedenkt Teneriffa und speziell die Gemeinde Santiago del Teide dieses letzten Vulkanausbruchs und feiert den 100. Jahrestag mit kulturellen, gesellschaftlichen, religiösen und wissenschaftlichen Veranstaltungen. Hierzu wurde die „Comisión del Centenario del Chinyero“ ins Leben gerufen, die bis Juni 2010 zu verschiedenen Veranstaltungen einladen wird.

Am 18. November soll das „Centro de Visitantes Volcán Chinyero“ eingeweiht werden. Die Informationsstelle in der „Casa del Patio“ wird die Besucher 100 Jahre in die Vergangenheit zurückführen, ihnen die Geschichte des Vulkans näherbringen und auch verdeutlichen, wie der Vulkanausbruch die Landschaft und das Leben in diesem Inselteil verändert hat. Ebenfalls am 18. November werden Politiker der Insel im Rathaus empfangen. Es wird eine offizielle Gedenkfeier geben, bei der in Erinnerung an die damals wichtige Rolle der Brieftauben auch Tauben losgelassen  werden. 1909 sorgten Brieftauben dafür, dass die Bevölkerung auch in anderen Inselteilen über die Ereignisse in Santiago del Teide informiert war. Für geladene Gäste veranstaltet die Gemeinde am 18. November eine geführte Wanderung zum Vulkan Chinyero.

Beim Ausbruch des Chinyero kamen keine Menschen zu Schaden. Die Spuren von Asche und Lava sind von Valle de Santiago und Arguayo aus deutlich zu sehen, und die erstarrten Lavaflüsse zwischen den Kiefern und Mandelbäumen machen heute den besonderen Reiz dieser Landschaft aus.

Es wird erzählt, dass die Bewohner der umliegenden Ortschaften nur deshalb von der Lava verschont blieben, weil sie die Figuren ihrer Schutzheiligen aus den Kirchen trugen und beteten, die Lava möge ihre Dörfer nicht verschütten. In Europa sollen die wildesten Gerüchte über den Vulkanausbruch kursiert haben, und es wurde sogar behauptet, dass Spanien Truppen zur Evakuierung der Bevölkerung auf die Kanaren schicken würde, weil die Insel im Meer versinke.

Heute ist der Chinyero ein schlafender, also inaktiver Vulkan, der aufgrund des wunderbaren Landschaftsbilds ein beliebtes Ausflugsziel ist. Wunderschön ist der Kontrast der schwarzen Lava mit dem Grün der Kiefern. Zahlreiche Wanderführer empfehlen die Tour zum Chinyero.




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