Chaotische Suche


Vermisster aus Afur nach 3 Wochen tot aufgefunden

Unter Dornengestrüpp und Dickicht, welches man auf der Suche nach einem in Afur im Anaga-Gebirge verschwundenen Mann weggeschnitten hatte, wurde nun, drei Wochen später, die Leiche des Vermissten aufgefunden. Der Fundort befindet sich weniger als vier Meter von der Stelle entfernt, wo man einen seiner Pantoffeln und eine Krücke, welche er zum Gehen benötigte, entdeckt hatte.

Manuel de la Concepción, der in Santa Cruz lebte und sein Häuschen in Afur alle paar Wochen besuchte, war am 22. April von seiner Familie als vermisst gemeldet worden. Doch die Suche stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Sie begann erst zwei Tage später, und die Koordination der freiwilligen Helfer vom Zivilschutz und aus dem Ort funktionierte nicht. So konnte es geschehen, dass Bereiche, die noch nicht durchsucht worden waren, mit weggeschnittenem Geäst bedeckt wurden. 

Unerklärlich ist auch, dass ein Leichenspürhund der Guardia Civil den Toten, der so nahe bei seinen Sachen lag, nicht sofort entdeckte. 

Die Suche wurde nach wenigen Tagen ohne Erfolg eingestellt, und durch ein Kompetenzgerangel zwischen Guardia Civil und Policía Nacional stießen die Bemühungen des Sohnes und der Ehefrau um eine Wiederaufnahme zunächst auf taube Ohren. Erst als sich die Kanarenbeauftragte der Zentralregierung, María del Carmen Hernández Bento, einschaltete, ging es, verstärkt durch eine Mordkommission und das Militär, weiter. 

Durch einen Hubschrauber, der am Rand des Barrancos, neben dem Krücke und Pantoffel gefunden worden waren, entlangflog, wurde das bei der ersten Suche abgeschnittene Gehölz aufgewirbelt und eine Wolke von Verwesungsgestank freigesetzt, welche die Polizisten zu der Leiche des Vermissten führte. Es wird vermutet, dass der 63-Jährige in den Barranco abrutschte, aus eigener Kraft nicht mehr heraussteigen konnte und in der darauffolgenden Nacht an Unterkühlung starb. Eine Autopsie wird dies klären.




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