Caritas muss ihre Hilfe einschränken


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Sechzig Prozent des jährlichen Etats, den die Caritas zur Verfügung hat, um hilfsbedürftige Personen zu unterstützen, bestehen aus öffentlichen Mitteln, aus Zuwendungen des Staates also.

Daher haben die Verantwortlichen der Hilfsorganisation ihre Besorgnis darüber zum Ausdruck gebracht, dass die Kürzungen, die für den Staatshaushalt 2011 angekündigt wurden, sich auch auf ihre Arbeit, ihre Projekte und Programme für die Bedürftigen auswirken werden. Diese Sorge hat der stellvertretende Direktor der Provinz Teneriffa, José Maria Rivero, vor einigen Tagen vor den Medien zum Ausdruck gebracht.

Er erinnerte daran, dass seine Organisation allein in der Inselhauptstadt Santa Cruz mehr als 20.000 Personen betreut.

„Wir sind ernsthaft besorgt, wie es im nächsten Jahr weitergehen soll. Es gibt bedeutende Einsparungen im Staatshaushalt und wir befürchten, dass auch die Sozialausgaben betroffen sein werden. Es sind ja nicht nur die Lebensmittel, die die Menschen benötigen. Wir betreuen auch psychologisch und beraten in arbeitsrechtlichen Angelegenheiten“.

Da wäre dann noch die Sorge um die Obdachlosen. Ihre einzigen Anlaufstellen auf der Insel sind das städtische Obdachlosenasyl in der Inselhauptstadt Santa Cruz sowie die drei Zentren der Caritas – Café y Calor und Guajara, beide in Santa Cruz, sowie Maria Blanca in Puerto de la Cruz. Eine Einrichtung der Caritas, das Beratungszentrum für Immigranten Contamíname musste bereits geschlossen werden, weil die öffentlichen Mittel ersatzlos gestrichen wurden.

„Der Ansturm der Hilfesuchenden ist derart groß, dass wir absolut überfordert sind“, erklärte Rivero an andere Stelle. „Das geht soweit, dass wir uns gezwungen sehen, das Niveau bei der Betreuung zu senken“. Nach seiner Meinung wird diese Krise in den nächs­ten zwei oder drei Jahren nicht zu überwinden sein. Caritas sei eine helfende Hand wenn es darum gehe, persönliche Dramen zu verhindern. „Doch die staatlichen Behörden haben die Verpflichtung auf dem ersten Niveau Hilfe zu leisten“, sagte er wörtlich.

Auch der Mittelstand ist betroffen

Immer mehr Personen, die bei den Hilfsorganisationen vorsprechen, stammen nicht etwa aus den armen Bevölkerungsschichten. Die Hilfsbedürftigkeit hat inzwischen auch die so genannte Mittelschicht erreicht. Wie die Ressortleiterin für das Sozialwesen bei der Stadt La Laguna, Blanca Pérez kürzlich vor der Inselpresse berichtete, hat sich das Profil der Personen, die bei den sozialen Einrichtungen vorsprechen, bedeutend verändert. Leute, die niemals daran gedacht haben, dass sie einmal auf öffentliche Hilfe angewiesen sein würden, sind immer häufiger darunter. Menschen, die ihren Arbeitsplatz verloren und ihre Ersparnisse inzwischen aufgebraucht haben, die Verpflichtungen auf sich zukommen sehen, die sie nicht erfüllen können. Manche haben sich in der Zwischenzeit stark verschuldet, und können ihre Hypotheken nicht mehr bezahlen. Ganz zu schweigen von Familien, die kleine Kinder, Kranke oder pflegebedürftige Personen zu versorgen haben.

„Die Rolle, welche die Sozialdienste in dieser schweren Zeit spielen, ist nicht einfach“, erklärte die Stadtverordnete weiter. Nicht nur der Etat ihrer Abteilung musste ständig aufgestockt werden, sondern auch die Zahl der Mitarbeiter, um die Hilfe suchenden Menschen zu beraten und betreuen.

Nach besten Kräften helfen

Hier möchte das Wochenblatt mit seinen bescheidenen Möglichkeiten nach besten Kräften helfen. Deshalb der erneute Aufruf an unsere Leser und Freunde unsere Aktion „Aus Geben wächst Segen“ auch weiterhin so großzügig zu unterstützen wie bisher. Vielleicht steht wieder einmal ein Geburtstag an oder ein Jubiläum und Sie wissen ohnehin nicht was Sie sich wünschen möchten. Stellen Sie eine Sparbüchse auf  und sagen Sie Ihren Gästen, dass Sie Ihnen die größte Freude mit einem Geldgeschenk für die notleidende Bevölkerung auf der Insel machen können. Das Wochenblatt kümmert sich darum, dass Ihre Spende an der richtigen Stelle ankommt.

Unterstützung für kleine Initiativen

Im Stadtteil von Puerto de la Cruz, dort wo sich die Sozialbauten befinden, versorgt eine kleine Gruppe von Freiwilligen Not leidende Familien aus der Nachbarschaft. Mehrmals im Monat gibt Jesus in einem Raum neben der kleinen Kapelle Lebensmittel, Milch, Waschmittel aus und bezahlt auch mal den Gasmann. Einige Lebensmittel stammen aus Firmen­spenden doch das Meiste wird im Großhandel eingekauft. Das Geld dafür wird in den Kollekten der kleinen Kirche gesammelt, reicht aber hinten und vorne nicht. Im Juni hat das Wochenblatt diese private Initiative schon einmal mit 500 Euro unterstützt. Jetzt haben wir ihm erneut eine Spende in Höhe von 500 Euro zukommen lassen.

Wir freuen uns für diejenigen unserer Leser, die auf Teneriffa ansässig sind, – sei es beruflich, als Rentner oder Privatiers -, und die hier ein gesundes und finanziell gesichertes Leben führen können. Mögen sie ihr Dasein auf unserer schönen Insel täglich genießen, dabei eines aber nicht vergessen: Mittlerweile hat „la crisis“ dafür gesorgt, dass es aufgrund fulminanter Steigerungsraten des sozialen Elends derzeit schon etwa 150.000 Menschen auf Teneriffa gibt, die mit amtlicher Bescheinigung als Bedürftige ausgewiesen sind.

So meinten wir, die im Leben erfolgreichen unter unseren Lesern mit Gründung dieser Hilfsaktion einzuladen, der Gesellschaft hier, Menschen mit weniger Fortune, etwas zurückzugeben von dem, was sie durch Tüchtigkeit, aber auch mit Glück erworben haben. Weiter unten auf dieser Seite haben wir aufgeschrieben, wie  man problemlos helfen kann: „Einladung an unsere Leser zum Mitmachen.“

Das Wochenblatt dankt allen Spenderinnen und Spendern für ihre großzügige Hilfe.

Was bisher mit den Spendengeldern geschah

Alle Spenden kommen voll den verschiedensten hier ansässigen Hilfsorganisationen zugute. Dafür bürgt die nunmehr in 30 Jahren bei seinen Lesern erworbene Reputation des Wochenblatts. Das Sonderkonto bei der Solbank wird gebührenfrei geführt. Kein Cent für Verwaltungsaufwand oder dergleichen wird von Ihren Spenden abgezweigt. Bevor eine Hilfsorganisation vom Wochenblatt gefördert wird, unterhält man sich eingehend vor Ort mit den Verantwortlichen und macht sich ein Bild über deren Ziele, Arbeitsweise und Effektivität. Darüber wird in allen Wochenblatt-Ausgaben berichtet.

Spenden unserer Aktion  an Hilfsorganisationen:

„La Mesa“ Puerto de la Cruz (12/09) Euro 2.000

Servicio Social Adeje (12/09) Euro 2.500

„Hijas de la Caridad“ Santa Cruz (02/10) Euro 2.000

Fundación „Candelaria Solidaria“ (02/10) Euro 1.000

„La Mesa“ Puerto de la Cruz (02/10) für die Anschaffung

eines Lieferwagens Euro 4.000

„La Mesa“ Neueröffnung in San Isidro/Granadilla (03/10)

Euro 1.300

Centro de Día Padre Laraña (04/10) Euro 3.000

Sozialer Speisesaal Hijas de Caridad, Santa Cruz (05/10) Euro 2.500

Caritas Puerto de la Cruz (06/10) Euro 500

und (08/10) Euro 500

Einladung an unsere Leser zum Mitmachen

Die Idee ist ganz einfach: Sie spenden einen Einmalbetrag oder sagen zu, monatlich ein Jahr lang, „Überwinterer“ vielleicht auch nur ein halbes Jahr lang, einen festen Betrag auf das Sonderkonto unserer Gemeinschaftsaktion „Aus Geben wächst Segen“ bei der Sol Bank einzuzahlen. Bankdirektor Don Emilio Bas Castells führt dieses Konto für uns kos­tenlos. Das Wochenblatt garantiert, dass jeder Cent von diesem Konto ohne Abzug Hilfsorganisationen auf Teneriffa zugute kommen wird. Von der Organisation, die Ihr Geld erhalten hat, bekommen Sie auf Wunsch eine Spendenbescheinigung. Als Vorbild für mögliche weitere Spender zur Nachahmung werden im Rahmen des „Spendenbarometers“ die Namen der Mitmachenden, sowie Höhe der Beträge in jeder Wochenblatt-Ausgabe veröffentlicht. Sie können sich dazu auch einen „Mitmachnamen“ ausdenken, unter dem Ihre Gabe genannt wird.




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Das Wochenblatt erscheint 14-tägig mit aktuellen Meldungen von den Kanaren und dem spanischen Festland. Das Wochenblatt gilt seit nunmehr 36 Jahren als unbestrittener Marktführer der deutschsprachigen Printmedien auf den Kanarischen Inseln.