Cabildo setzt auf Kooperation zur Bekämpfung des Migrationsphänomens


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Minister aus dem Senegal besuchten Teneriffa und besichtigten unter anderem das Institut für Erneuerbare Energien

Aus der Überzeugung heraus, dass ein wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Austausch und eine Zusammenarbeit mit den betroffenen Ländern die illegale Zuwanderung aus Afrika bremsen können, schreitet die Inselregierung von Teneriffa zur Tat.

 Senegal kann nicht alleine die Armut besiegen. Das Land benötigt Hilfe von außerhalb und Kooperationsbereitschaft. Vielleicht kann so das Phänomen der illegalen Immigration nach Europa bekämpft werden, das durch das große wirtschaftliche Ungleichgewicht zwischen den beiden Kontinenten begründet ist. Dieser Überzeugung zeigte sich auch der senegalesische Finanzminister, Abdourahim Agne, der am 8. Oktober auf Teneriffa von Cabildo-Präsident Ricardo Melchior empfangen wurde. Begleitet wurde Agne von weiteren vier Ministern der senegalesischen Regierung.

Die Vertreter des afrikanischen Landes ließen sich auf Teneriffa unter anderem das  unter der Leitung des Cabildos stehende Institut für erneuerbare Energien (ITER) zeigen. Interesse zeigten die Gäste auch an der angewandten Technik zur Meerwasserentsalzung sowie am touristischen Angebot. Dennoch stand bei dem Besuch die Information über die alternativen Energiegewinnungsmethoden im Vordergrund. Die Nutzung der Sonnenenergie, stellte einer der Minister fest, könne die Lösung für das Stromversorgungsproblem im Senegal sein, das eine der größten Hürden für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Landes darstellt.

Die Minister äußerten während ihres Besuchs den Wunsch nach einer engeren wirtschaftlichen und sozialen Verbindung zwischen Teneriffa und dem Senegal. Für die Entwicklung ihres Landes, die auch mit einem Rückgang der illegalen Immigration in Europa einhergehe, sei die Unterstützung mit technischem Know-how ausschlaggebend. Das Modell der touristischen Erschliessung, die Herstellung von Biotreibstoff, die Fortschritte auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien, Raumordnungsplanung, Wasseraufbereitung und die Funktionsweise der Landwirtschaftsbetriebe interessierten die Delegation aus dem Senegal besonders.

Untätigkeit bei der EU

Abdourahim Agne unterstrich, dass eine Kooperation zwischen den Kanaren und dem Senegal sicherlich den Immigrantenfluss bremsen würde, „denn niemand wandert einfach so in ein fremdes Land aus, sondern die Menschen wagen das Abenteuer in der Hoffnung auf einen Wohlstand, den sie im Senegal heute nicht erreichen können“, sagte er. Und Ricardo Melchior pflichtete ihm bei: „Niemand wandert ohne Grund aus“. Abdourahim Agne beklagte weiter, dass die EU zu wenig unternehme, um die Migrationswelle aus Afrika zu bekämpfen: „Die Union hilft nicht, die Zahl der auf den Kanaren ankommenden Flüchtlingsboote zu reduzieren.“ Auch Melchior sprach über Untätigkeit bei der Europäischen Union, die in Sachen Immigration „nichts tut“. 




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