Cabildo präsentiert Anti-Stau-Maßnahmenpaket


© Cabildo Tenerife

Die Inselregierung will hauptsächlich den Öffentlichen Transport fördern und kleinere Bauvorhaben vornehmen

Die Behörden sind weiterhin auf der Suche nach Lösungen für das Stauproblem auf der Nordautobahn. Dieser Tage traf sich Inselpräsident Carlos Alonso mit Vertretern des Bildungs- und Gesundheitswesens, des öffentlichen Bausektors und der Privatwirtschaft, um gemeinsam möglichst viele kleine Maßnahmen zu beschließen, die kurzfristig eine gewisse Erleichterung schaffen könnten.

Nach dem Treffen, dem unter anderem Antonio Martinón, Rektor der Universität La Laguna, Eduardo de Bonis, Leiter des Universitätskrankenhauses der Kanaren, María Isabel Fuentes, Leiterin der Abteilung für medizinische Grundversorgung, oder José Carlos Francisco, Präsident des Unternehmerverbandes CEOE-Tenerife, beiwohnten, präsentierte Alonso die geplante Vorgehensweise. 

Danach wird das Cabildo kurz- bis mittelfristig zehn Millionen Euro in die Behebung des Stauproblems der Nordautobahn investieren, die zu den Stoßzeiten zwischen Tacoronte und Santa Cruz regelmäßig verstopft ist. Dabei hat die Inselregierung zwei Schwerpunkte gesetzt und will das Problem der Verkehrsstaus auf begrenztem Gebiet – zwischen 2000 und 2010 ist die Anzahl der Fahrzeuge auf Teneriffa von 500.000 auf 600.000 gestiegen – sowohl durch Förderung des öffentlichen Transports als auch durch zielgerichtete Verbesserungen der Straßeninfrastruktur angehen. 

Nach der bereits beendeten Neuordnung des Anschlusses Lora y Tamayo sollen der Anschluss von Las Chumberas verbessert, Bus-Spuren beim Kreisverkehr Padre Anchieta geschaffen und die Zebrasteifen verlegt oder die alte Brücke beim Nordflughafen abgerissen werden, um die dritte Fahrspur vorverlegen zu können. 

Weiterhin werden die Busfahrpreise für die zwischen dem Norden und dem Großstadtgebiet pendelnden Arbeitnehmer und Studenten erheblich reduziert. Um bis zu 85%, hieß es aus dem Cabildo. So soll zwischen 5.00 und 8.00 Uhr morgens die einfache Fahrt nur noch 1,15 Euro kosten. Das Studenten-Abonnement S5 nur noch 35 Euro.

Mittelfristig zieht das Cabildo weiterhin die Schaffung einer Fahrspur ausschließlich für Busse und vollbesetzte Fahrzeuge, den Bau der Zugstrecke und die Einführung einer reversiblen Fahrspur in Betracht. 

Alle ziehen mit

Der Rektor der Universität Antonio Martinón sagte zu, eine Mitfahrzentrale im Internet einrichten zu lassen, um Fahrgemeinschaften zu fördern. Auch will die Universität die Änderung der Vorlesungszeiten bei einigen ihrer Institute prüfen, um den Studentenstrom in Richtung La Laguna stärker zu verteilen.

Auch die Anzahl der Patienten, die zu Facharzt- oder Diagnoseterminen zum Universitätskrankenhaus der Kanaren fahren, soll abgebaut und diese Untersuchungen verstärkt in den Facharztzentren im Inselnorden durchgeführt werden. 

Der Unternehmerverband will die Einführung eines privaten Busdienstes zwischen dem Norden und La Laguna bzw. Santa Cruz prüfen, der von Angestellten der angeschlossenen Firmen benutzt werden könnte. 

„Bypass“

José Luis Delgado, Generaldirektor für Straßeninfrastruktur der Kanarenregierung, sprach sich dieser Tage dagegen in zwei unabhängigen Zeitungsinterviews für den Bau einer neuen Schnellstraße um den Nordflughafen herum aus. Bislang war sowohl von einer neuen Verbindung zwischen Nord- und Südautobahn als auch von dieser Schnellstraße die Rede, doch mittlerweile plädiert Delgado für die letztere Alternative. 

Die von Delgado als „Bypass“ bezeichnete Straße ist ein altes Vorhaben, das 2007 wegen der Kürzung der finanziellen Mittel für Großprojekte und wegen der Einwände des Flughafenbetreibers AENA auf Eis gelegt wurde. Doch die Straße, die bei Guamasa abzweigen und bei Lora y Tamayo wieder auf die Nordautobahn leiten soll, würde das entsprechende, besonders stark betroffene Stück der Nordautobahn erheblich entlasten, sodass dieser Bau nun wieder im Gespräch ist. 

Das regionale Bauressort hat nun eine alternative Straßenführung ausgearbeitet, welche AENA zufriedenstellen könnte, schließlich würde der neue Verlauf das Gebiet des Flughafens nicht einschränken und eine eventuelle Erweiterung nicht behindern. So wurde bei dem neuen Entwurf unter anderem ein Tunnel eingeplant, der unter AENA-Gebiet gebaut werden soll. 

Nun soll der Flughafenbetreiber den neuen Vorschlag prüfen, um nach Freigabe möglichst bald die Genehmigungsverfahren einleiten zu können. Das Projekt soll 60 Millionen Euro kosten und das Verkehrsaufkommen auf dem betreffenden Stück der Nordautobahn um 40.000 Fahrzeuge reduzieren. 




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