Cabildo plant Motorsport-Rennstrecke


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Teneriffas Inselverwaltung stellte einen Circuito vor, der Formel 1-tauglich sein soll

„Eine Rennstrecke auf Teneriffa wäre genial, denn ich bin sicher, dass das tolle Klima viele Formel 1-Teams anlocken würde, um alle möglichen Tests hier zu absolvieren“, sagte F 1-Pilot Marc Gené im Dezember 2005, nachdem er in Adeje auf einer improvisierten Rennstrecke mit einem Ferrari-Boliden den neuen Kraftstoff Shell V-Power vorgestellt hatte.

Dass dieses scheinbare Hirngespinst tatsächlich in nicht allzu ferner Zukunft Wirklichkeit werden kann, mögen viele für Einbildung halten. Doch anscheinend reifen die Pläne für eine Rennstrecke tatsächlich.

Zumindest stellten Vertreter des Cabildos kürzlich das überarbeitete Projekt für Teneriffas Motorsport-Rennstrecke – „Centro Insular del Motor de Tenerife“ – vor, die in Atogo (Granadilla de Abona, Abfahrt beim Südflughafen) entstehen soll. Dass sich der Leiter des Sportamtes, Dámaso Arteaga, in den Ausmaßen der Rennstrecke bzw. des gesamten Sportkomplexes geirrt hat, ist offensichtlich. Er sprach von sage und schreibe 1.300 qkm. Dabei ist die gesamte Insel Teneriffa nur 2.041 qkm groß! Vermutlich meinte Arteaga 13 qkm…

Immerhin ist der geplante Gesamtkurs der Rennstrecke 3.955 m lang. Auf der längsten Geraden (805 m) sollen F 1-Wagen bis zu 310 km/h erreichen können. Wenn man berücksichtigt, dass die Mindestlänge einer Rennstrecke für Formel-1-Rennen 3,5 km beträgt, könnte Teneriffa tatsächlich einmal für die Austragung von Formel-, Touren- und Sportwagenrennen in Frage kommen. Zumindest strebt das Cabildo die Freigabe der Strecke für Formel 1-Trainings an.

Ebenso erstaunlich wie das Projekt selbst sind auch die Kosten: 24,6 Millionen Euro soll die Umsetzung dieses Motorsport-Mega-Projekts verschlingen. Nach Auskunft der Zeitschrift Motor Canario wurden in diesem Jahr schon drei Millionen für die Enteignung von diversen Grundstücken abgezweigt.

Gegenwind von den Umweltschützern

Schon vor zwei Jahren wetterte die Umweltschutzorganisation Ben Magec gegen das Projekt und stellte das „öffentliche Interesse“ einer Formel 1-Rennstrecke für Teneriffa in Frage. Damals kritisierten die Umweltschützer, dass eine Rennstrecke die „Motor-Kultur“ auf der Insel weiter fördere. Außerdem sei äußerst unwahrscheinlich, dass Teneriffa je Austragungsort eines Formel 1-Rennens bzw. im Kalender dieses Motorsports berücksichtigt werden könnte. Nach Ansicht von Ben Magec spricht nichts für die Investition von über 24 Millionen Euro in ein solches Projekt.

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