Cabildo macht mobil


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EIB-Darlehen soll Zugprojekt ermöglichen

Die kanarische Delegation ist zufrieden mit dem Verhandlungsergebnis aus Brüssel zurückgekehrt. Cabildo-Präsident Ricardo Melchior und Vizepräsident Carlos Alonso trafen sich Anfang Juli in der belgischen Metropole mit hochrangigen Vertretern der Europäischen Investitionsbank (EIB), um die Möglichkeiten einer Finanzierung des Zugprojektes auf der Insel über diese Einrichtung zu sondieren.

Wie Carlos Alonso einem Reporter von Teide Radio-Onda Cero im Interview berichtete, nahm neben den Vertretern der EIB auch ein Vertreter des deutschen Verkehrsministeriums an der etwa einstündigen Besprechung teil. Die Technologie für den Zug von Teneriffas Hauptstadt Santa Cruz in den Süden soll von deutschen Unternehmen geliefert werden. Bei dem Treffen fand Informationsaustausch statt und es wurden verschiedene Studien analysiert, berichtete Alonso. Diese, fuhr er fort, hätten gezeigt, dass der Betrieb der Bahn auf Teneriffa rentabel wäre und dadurch ein Teil der Investition gedeckt werden könnte – im Gegensatz zu ähnlichen Projekten auf dem spanischen Festland. „Dies zeigt, dass unseres ein wettbewerbsfähiges Projekt ist“, unterstrich Alonso.

Da in Zeiten der schweren Wirtschaftskrise selbst die größten Optimisten einsehen mussten, dass der spanische Staat vorerst nicht für das Milliardenprojekt aufkommen kann, sucht das Cabildo von Teneriffa nun nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten. Den Verantwortlichen bei der Inselverwaltung schwebt vor, dass die Europäische Investitionsbank dem spanischen Staat die für das Zugprojekt bereits zugesagten 2,5 Milliarden Euro vorschießt oder zumindest über ein Darlehen die jährliche Zahlung von 100 Millionen Euro gewährleistet (ursprünglich war ein jährlicher Beitrag von 500 Millionen Euro vorgesehen), um das Projekt verwirklichen zu können. Das Cabildo hat dem spanischen Rechnungshof dieses Finanzierungsmodell bereits vorgeschlagen, denn auch die Straßenbahn in Santa Cruz wurde auf ähnliche Weise finanziert.

Im September wird nach Auskunft von Carlos Alonso eine Delegation der Europäischen Investitionsbank die Insel besuchen, um vor Ort mehr über das Zugprojekt zu erfahren.

Gerade in der Krise ein vordringliches Projekt

Im Radiointerview hielt Carlos Alonso erneut ein Plädoyer für die Bahn als öffentliches Verkehrsmittel auf Teneriffa. Gerade wegen der Krise sei das Zugprojekt als prioritär einzustufen, denn dadurch würde die Konjunktur im Bau- und Baunebengewerbe angekurbelt, es würden Arbeitsplätze geschaffen, und somit würden sich für die Bürger Wohlstand und Mobiliät verbessern, versicherte er. Nachhaltigkeit für Teneriffa, so Alonso, würde durch die Schaffung von Arbeitsplätzen erzielt und derzeit gäbe es wohl kein anderes strategisch bedeutenderes Projekt als den Zug.

Der Cabildo-Vizepräsident erinnerte daran, dass eine Übereinkunft mit dem spanischen Ministerium für Inlandsentwicklung vorliegt, Ingenieure bereits an dem Projekt arbeiten und für die Umsetzung nur noch die Finanzierungsfrage geklärt werden müsse. „Wir haben geschafft, dass der Rechnungshof das Projekt des Cabildos billigt, beziehungsweise die Vereinbarkeit des Finanzierungsschemas mit den Defizitauflagen bestätigt“, so Alonso. Für die Verwirklichung des Projektes sei nach Abschluss der Projektplanung die Zusage des Ministeriums für Inlandsentwicklung über die jährlichen Zahlungen, die bei rund 100 Millionen Euro liegen werden, nötig.

Was in dem Radiointerview nicht zur Sprache kam, war, von welcher der beiden zur Debatte stehenden Lösungen beziehungsweise Projekten die Rede ist: Ob von der ursprünglich vorgesehenen herkömmlichen Bahnstrecke oder von der Magnetschwebebahn Transrapid.




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