Bürgermeister will den Bauernmarkt von Tacoronte übernehmen


© Moisés Pérez

Die Landwirte wehren sich gegen die Vereinnahmung des vor 33 Jahren begründeten Verbandes durch die Stadt

Das Führungsgremium des bei Einheimischen, Residenten und Touristen beliebten Bauernmarktes von Tacoronte hat den Bürgermeister Álvaro Dávila scharf kritisiert, weil er weiterhin versucht, den Landwirten die Organisation des Bauernmarktes aus der Hand zu nehmen und an die Stadtverwaltung zu übertragen.

Diesen Bauernmarkt gibt es seit 33 Jahren. Er war der erste dieser Art, der auf Teneriffa gegründet wurde, und der zweite auf dem gesamten Archipel. 

Die Bauern werfen ihrem Bürgermeister vor, er behandle den Bauernmarkt, als sei er eine Einrichtung der Stadt, obwohl er im Gegenteil ein privater gemeinnütziger Verband sei. Kein Bürgermeister habe jemals zuvor seine Aktivitäten oder die Organisation infrage gestellt. 

Die Repräsentanten des Bauernmarktes verurteilen nachdrücklich einen Auftritt Dávilas bei „Radio El Día“, in dessen Verlauf dieser den Verein öffentlich beschuldigte, es gäbe Unregelmäßigkeiten in der Geschäftsführung und Willkür bei der Vergabe der Verkaufsstände. Sie weisen diese Vorwürfe zurück und sind besorgt über den Schaden, welcher durch diese vom Bürgermeister ständig wiederholten Aussagen für den Bauernmarkt und die Landwirte, die hier ihre Ernte vermarkten, entstehen könnte. 

Weiterhin beschuldigt die Vereinsleitung den Bürgermeister, er nutze die Tatsache, dass der Bauernmarkt auf einem Grundstück steht, welches der Gemeinde gehört, aus, um die Kontrolle über den Markt an sich zu reißen. 

Die Fronten in diesem Konflikt scheinen verhärtet zu sein. Der Alcalde behauptet, die Landwirte würden ihre Verwaltungsunterlagen nicht herausgeben, diese bestehen wiederum darauf, dass die Mitgliederlisten aus Datenschutzgründen nur in den Räumen des Verbandes eingesehen werden dürfen. Dies sei ohnehin kein Problem, da laut den Statuten des Vereins der jeweilige Bürgermeister als Präsident des Vereins vorgesehen sei und der Landwirtschaftsrat des Ayuntamientos als einer der Sprecher. 

Dem Vorwurf, die Stände würden willkürlich und zu oft an Landwirte von außerhalb der Gemeinde vergeben, begegnet die Verbandsleitung mit Transparenz: Von den 147 Mitgliedern stammen 82 aus benachbarten Gemeindegebieten.




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