Brutaler Mord an britischem Ehepaar


William und Florence Robinson wurden an zwei verschiedenen Tatorten ermordert

Bislang tappt die Polizei noch im Dunkeln, was die Aufklärung des Mordes an einem britischen Ehepaar im Süden Teneriffas angeht. Während einerseits gemutmaßt wird, dass es sich um einen Vergeltungsschlag gehandelt hat und die kanarische Timeshare-Mafia mit im Spiel ist, meldete die britische Presse, dass William – bekannt als „Billy“ – Robinson seinerzeit Kontakte zu der berüchtigten Essex Boys Gang pflegte.

William (55) und Florence (54) Robinson wurden am 12. Januar in Begleitung eines befreundeten, ebenfalls britischen Ehepaars in einem Restaurant im Süden Teneriffas zum letzten Mal gesehen. Auf dem Heimweg wurde das Ehepaar vermutlich von den Mördern verfolgt. Etwa 300 m von ihrem Wohnsitz in San Miguel entfernt entdeckten Anwohner die Leiche der Frau, die neben ihrem Mercedes-Sportwagen lag. Die Frau war erschlagen worden. Blutspuren lassen vermuten, dass sich das Opfer noch wehren konnte. Stunden später wurde im Industriegebiet Las Chafiras William Robinson in seinem Porsche-Geländewagen tot aufgefunden. Aus dem Polizeibericht geht hervor, dass der Mann, bevor ihm die Kehle durchgeschnitten wurde, von seinen Mördern gequält worden war. Die Leiche wies zahlreiche Schnittwunden und Anzeichen von Schlägen auf. Die Möglichkeit eines Raubmordes wurde umgehend ausgeschlossen, denn der Ermordete trug eine Rolex, deren Wert auf über 100.000 Euro geschätzt wird. Der Kofferraum des Porsche Cayenne wies ebenso wie der Mercedes-Sportwagen der Ehefrau Beulen auf, die vermutlich durch die Stoßstange eines anderen Geländewagens verursacht wurden. Es könnte sein, dass die Opfer von ihren Verfolgern von der Straße gedrängt wurden, um sie zum Aussteigen zu zwingen. Wahrscheinlich fuhr das Ehepaar gemeinsam in dem Mercedes nach Hause, wurde von hinten angefahren und zum Aussteigen gezwungen. Nachdem die Mörder die Frau umgebracht hatten, verschleppten sie den Mann mit seinem eigenen Wagen und töteten ihn wenig später ebenfalls. Spuren wie Fingerabdrücke wurden nicht gefunden und die ermittelnden Beamten schließen nicht aus, dass die Täter noch am selben Tag die Insel verließen.

William und Florence Robinson waren als Unternehmer der Timeshare-Branche bekannt. Die Firma Global World Travel SL ist auf ihren Namen eingetragen. Die Polizei zieht aus diesem Grund und wegen der Brutalität des Mordes einen Vergeltungsschlag in Betracht. Hinzu kommt, dass Billy vor zwei Jahren bereits einmal von einer Gruppe seiner Landsleute krankenhausreif geprügelt worden war; eine Anzeige wurde nie erstattet.

Natürlich fiel im Zusammenhang mit der Aufklärung des Mordes auch wiederholt der Name John Palmer. Im Rahmen seiner Timeshare-Geschäfte soll Billy Robinson Kontakte zu Palmer gepflegt haben. Die Polizei verfolgt auch diese Spur.




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