Brüssel hegt erneut Zweifel an Hafenprojekt von Granadilla


Angesichts des Ansturms an Beschwerden fordert das europäische Parlament weitere Unterlagen im Hinblick auf das umstrittene Projekt

Die Hafenbehörde versichert zwar, von ihrer Seite stehe alles bereit, um mit den Bauarbeiten an dem umstrittenen Hafenprojekt von Granadilla im Süden Teneriffas zu beginnen, doch in Brüssel sieht man das inzwischen wieder anders.

Angesichts des unglaublichen Ansturms an Protestbriefen von Projektgegnern will der Petitionsausschuss des europä-ischen Parlaments nach jüngs­ten Meldungen nun erneut Nachforschungen im Hinblick auf den Bau des Indus­trie- und Handelshafens anstellen.

Obwohl Brüssel also im Grunde bereits seinen Segen erteilt hatte, wurde nach Anhörung einer Vertretung der Hafengegner Ende Juni beschlossen, die vorgebrachten Beschwerden doch noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Im November 2006 hatte die EU-Kommission den Hafenbau mit der Bedingung genehmigt, dass eine Reihe von umweltlichen Ausgleichsmaßnahmen vorgenommen werden müssen. Eine davon war die Gründung einer unabhängigen Stiftung, durch die garantiert werden sollte, dass der Bau und die spätere Leitung des Hafens „umweltfreundlich“ vonstatten gehen.

Diese Stiftung gibt es nun seit einigen Wochen, doch Brüssel hegt jetzt Zweifel an ihrer Unabhängigkeit. Die Hafengegner behaupten, dass sie gänzlich unter der Kontrolle der Hafenbehörde von Santa Cruz de Tenerife und somit der Projektbefürworter steht. Mehrere Mitglieder seien per Fingerzeig von der Behörde bestimmt worden.

Der Petitionsausschuss fordert nun vom Umweltausschuss einen ausführlichen Bericht über die Unabhängigkeit der Stiftung, die den hochtrabenden Namen Fundación Observatorio Medioambiental del Puerto de Granadilla trägt. Mitte Juli soll außerdem dar-über entschieden werden, ob eine Untersuchungsgruppe nach Teneriffa geschickt wird, die vorort die Einhaltung der von Brüssel gestellten Bedingungen überprüfen soll.

Wortführer der Hafengegner sind die Bürgerbewegung Plataforma Ciuadadana contra el Puerto de Granadilla und die Umweltschutzorganisation Ben Magec-Ecologistas en Acción. Einer der erbittersten Hafengegner ist ausgerechnet Pedro Anatael Meneses, der ehemalige Präsident der Hafenbehörde von Santa Cruz de Tenerife. Als einer der Sprecher der beiden Organisationen war er Ende Juni nach Brüssel gereist, um die Beschwerden vorzubringen.




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