Billigflieger auf die Kanaren?


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Internet verstärkt als Buchungskanal aufbauen

Teneriffas 1. Internationaler Tourismuskongress ist mit der grundsätzlichen Forderung nach Modernisierung überalterter Hotels und der touristischen Freizeitanlagen zu Ende gegangen. Ebenso wurde der Wunsch nach verstärkter Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden und Tourismusunternehmern laut.

Das sind nun nicht gerade neue Erkenntnisse, für die es eine zweitägige Veranstaltung internationalen Kalibers gebraucht hätte. Doch gab es einige Punkte in dem Schlusswort zum Kongress, das der Tourismusbeauftragte von Teneriffa, José Manuel Bermúdez, im Auditorium von Santa Cruz sprach, die durchaus eine weitere Betrachtung wert sind.

So resümierte er weiter: „Es ist deutlich geworden, dass wir auch verstärkt das Internet als Informationsquelle und auch als Buchungsmöglichkeit im Auge behalten müssen.“ Allerdings schränkte er hier ein, dass das World Wide Web in England und den skandinavischen Ländern breitere Akzeptanz in der Bevölkerung findet, als beispielsweise in dem wichtigen Quellmarkt Deutschland. Dennoch könne man davon ausgehen, dass sich rund 70% der Urlauber im Internet über ihre Feriendestination informieren, jedoch buchten bislang nur etwa 30% über diesen Weg.

In diesem Zusammenhang wurde an einen Vortragenden erinnert, der in seinen Ausführungen gefordert hatte, man müsse auf die Touroperators einwirken, damit diese für Übernachtungsbuchungen per Internet andere Preise ansetzen als für konventionelle Buchungen.

Bermúdez wies darauf  hin, dass alle Experten sich darüber einig seien, dass Internet sich zu einem hervorragenden Verkaufskanal entwickelt. Das sei durch Jahr für Jahr steigende Internet-Buchungszahlen belegbar, wohingegen die konventionellen Buchungsquoten sänken. Man müsse auch von der Vorstelllung abrücken, dass der Prototyp des Internetbuchers lediglich auf Last Minute-Schnäppchen aus sei.

Tatsächlich hätten 60% der Buchungen für einen Teneriffaurlaub einen Vorlauf von zwei bis drei Monaten.

So forderte er die Hoteliers auf, sich dieser Tendenz anzupassen und ihre Angebote rechtzeitig ins Netz zu stellen: „Sie müssen selbst für Ihr yield management sorgen.“

Bermúdez ging auch noch einmal auf die Frage ein, ob die Arbeit mit Billigfliegern der richtige Weg sei. Nachdem er zunächst deutlich gemacht hatte, dass die Insel sich unbedingt neue Flugrouten aus neuen Quellmärkten erschließen und somit Kapazitäten erhöhen solle, stellte er die Frage in den Raum, ob diese Billigflieger tatsächlich die Fluggesellschaften der Touroperators vergraulen würden. Dieses Risiko sei jedoch in jedem Fall höchstens auf die Sommersaison beschränkt, da in den Wintermonaten die Auswahl der Destinationen ohnehin recht knapp sei.

Zu diesem Thema hatte einer der Vortragenden erklärt, dass Mallorca längst von Billigfliegern angeflogen wird und in diesem Sommer Urlauberrekordzahlen geschrieben hat.

Wobei die Frage der Rekordzahlen natürlich so eine Sache ist. Denn Besuchermassen durch Billigflieger sind vielleicht nicht unbedingt der ultimative Schlüssel zum (Tourismusunternehmer-)Glück. So hat Bermúdez denn auch deutlich auf die Bedeutung der „Gästezufriedenheit“ und der Kampagne Tenerife amable hingewiesen: „Wenn alle fünf Millionen Urlauber, die uns pro Jahr besuchen, uns nach den Ferien in ihrem Heimatland loben würden, dann bräuchten wir keine weitere Werbung mehr.“




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