Betrug mit Avocados aus Südafrika


Die Früchte wurden als „kanarisches Produkt“ etikettiert

Bei einem Kilopreis von über neun Euro ist es nicht verwunderlich, dass die grünen Früchte zu einem begehrten Diebesgut avancieren. Nachrichten von Diebstählen in Plantagen – oft mehrere Tausend Kilo – sind keine Seltenheit.

Auf Teneriffa ist kürzlich außerdem eine neue Betrugsmasche mit Avocados aus Südafrika aufgeflogen. Inspektoren stellten in einem Lager des Großhandels Mercatenerife im Süden 1.064 Kilo Avocados sicher, die aus Südafrika stammten, jedoch in Kisten mit der Aufschrift „Produkt der Kanarischen Inseln“ neu verpackt worden waren. Der Schwindel fiel auf, weil die leeren Kisten mit dem Herkunftsnachweis Tzaneen (Südafrika) neben den frisch gefüllten neuen Kisten standen. Die falschen kanarischen Avocados aus Südafrika waren für den hiesigen Markt bestimmt. Bei der Durchsuchung des Lagers fanden die Inspektoren in einer Kühlkammer außerdem weitere 2.200 Kilo Avocados, die bereits in Kisten mit der Aufschrift „Produkt der Kanarischen Inseln“ verpackt waren. Es konnte allerdings nicht nachgewiesen werden, dass auch diese Früchte aus Südafrika stammen. Zu dem Betrug kommt erschwerend hinzu, dass die Früchte aus einem Land stammen, aus dem solche Importe nicht zugelassen sind. Es besteht die Gefahr, dass durch die illegale Einfuhr auch Schädlinge oder Plagen importiert werden, die bislang auf den Kanaren nicht vorzufinden waren. Tatsächlich teilte das kanarische Institut für die Qualität von Agrarprodukten mit, dass seine Inspektoren an den Früchten in den sichergestellten Kisten Parasiten fanden, die auf den Inseln bislang unbekannt waren.

Auf Gran Canaria wurden wenige Tagen später ebenfalls 75 Kisten mit Avocados unbekannter Herkunft und 75 Kisten Iceberg-Salat aus Murcia sichergestellt, die als kanarische Produkte ausgewiesen waren.




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