„Beleidigung des gesunden Menschenverstandes“


© Ayto.Candelaria

Die Rückgewinnung von Candelarias Sandstrand soll durch Material möglich werden, das beim Bau des Granadilla-Hafens ausgehoben wird

Lange schon waren die geschützten Seegraswiesen, die unter anderem an der Stelle den Meeresboden um Teneriffa bevölkern, an der der umstrittene Industrie- und Handelshafen von Granadilla gebaut werden soll, eine der letzten Hoffnungen der Projektgegner, den Bau dieser Infrastruktur doch noch stoppen zu können. Nun wurde jedoch ein weiteres Detail in diesem Zusammenhang bekannt, das den Umweltschützern und Projektgegnern noch mehr Auftrieb für ihren Kampf gegen den Hafenbau verleihen könnte.

Der Sprecher von Teneriffas Grünen, Octavio Hernández, hat nämlich die Öffentlichkeit auf einen Beschluss aufmerksam gemacht, der auf den 11. November 2008 datiert ist. Dieser sieht vor, dass 350.000 Kubikmeter des für die Rückgewinnung des Sandstrandes Punta Larga in Candelaria notwendigen „Materials“ aus den für den Hafenbau notwendigen Aushebungen gewonnen werden soll.

Hernández bezeichnet diesen als „Umweltverfügung“  umworbenen Beschluss als eine „Beleidigung des gesunden Menschenverstandes und Verstoß gegen das Gesetz“, weil dabei im selben Atemzug mit den Aushebungen auch zugegeben wird, dass es sich um ein umweltlich gesehen „wertvolles und geschütztes“ Gebiet handelt.

Damit nimmt Hernández Bezug auf das umstrittene Manöver, mit dem die kanarische Regierung den „als Ort von gemeinschaftlichem Interesse“ geschützten Seegraswiesen kurzerhand eben diesen Schutzstatus nehmen will, um beim Hafenbau keine Illegalität zu begehen. Und damit nicht genug, nun sollen sie auch noch als Aufschüttungsmaterial für die Wiedergewinnung eines Strandes dienen, wird moniert.

Candelarias Bürgermeister Gumersindo García will sich wohl vor noch mehr Polemik schützen. Jedenfalls hat er sich nach Bekanntwerden dieser Nachricht umgehend davon  distanziert. Die Wiedergewinnung des Punta Larga-Strandes sei in keiner Weise an den Hafenbau gekoppelt. Wenn das benötigte Material nicht aus diesen Aushebungen gewonnen werden kann, müsse man eben nach einer Alternative suchen. So sei es ja ohnehin schon vorgesehen.




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