Befürworter und Gegner einer Teide-Gebühr melden sich zu Wort


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La Orotavas Bürgermeister Francisco Linares hat die Debatte um eine Gebührenordnung im Nationalpark neu entfacht

Nachdem La Orotavas neuer Bürgermeister Francisco Linares Ende Dezember die Debatte um die Einführung einer Gebühr für den Besuch des Teide-Nationalparks neu entfacht hat, gehen die Meinungen dazu auseinander. Bürgermeister verschiedener Gemeinden, die teils an den Nationalpark angrenzen, haben sich zu dem Thema geäußert.

So hält es Manuel Domínguez, Bürgermeister von Los Realejos, beispielsweise für keine gute Idee, die Urlauber mit einer Gebühr zu belasten. „Das wäre negativ für den Tourismussektor. Wir dürfen keine zusätzlichen Hürden für Besucher schaffen“, erklärte er. Zahlreicher sind hingegen die Befürworter der Maßnahme, die selbst in Form einer geringen Gebühr von 50 Cent pro Besucher bei einer jährlichen Urlauberzahl von vier Millionen als zusätzliche Einnahme nicht unerheblich wäre.

Der Vorsitzende der nationalistischen Partei CCN, Benito Codina, ist der Ansicht, dass eine Gebühr von nicht mehr als einem Euro pro Person in die Stadtkassen der angrenzenden Gemeinden fließen sollte. Mit der Begründung, dass der Besuch des Timanfaya-Nationalparks auf Lanzarote schon lange gebührenpflichtig ist, befürwortet er die Erhebung eines Eintritts zum Teide, hält es jedoch für wichtig, nicht nur die Einwohner Teneriffas, sondern alle Canarios von der Zahlungspflicht zu befreien.

Zu den Verfechtern einer Gebühr zählt auch Juan José Dorta, Bürgermeister von Icod de los Vinos, der meint, dass es in schwierigen Zeiten wie diesen schwer sei, eine Maßnahme infrage zu stellen, die eine zusätzliche Einnahmequelle bedeutet. Er sieht darin eine Möglichkeit, die Arbeitsplätze und die Instandhaltung des Nationalparks zu gewährleisten.

Teneriffas Cabildo-Präsident Carlos Alonso hält die Eröffnung dieser Debatte für interessant. Obwohl er der Einführung einer Gebühr grundsätzlich kritisch gegenübersteht und es ablehnt, nur für das Passieren einer Schranke Geld zu verlangen, sieht er die Möglichkeit für Einnahmen durch ein neues Angebot an kostenpflichten Leistungen innerhalb des Nationalparks. Geführte Touren zum Kennenlernen der Flora oder Fauna oder Nachtwanderungen unter dem Sternenhimmel schweben ihm vor.

Auch Santiago Martín, Bürgermeister von Los Silos, hält die Einführung einer Gebühr nur für gerechtfertigt, wenn auch gewisse Leistungen wie eine Führung darin enthalten sind. In diesem Sinne hält er die Maßnahme auch für den Landschaftspark Teno für überdenkenswert.




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