Bau einer Einheit zur Unterstützung der Notaufnahme


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Vor Mitte nächsten Jahres ist die Inbetriebnahme nicht zu erwarten

Nach wiederholtem Kollaps in der Notaufnahme des Universitätskrankenhauses der Kanaren (HUC) und einem Streik hat das Gesundheitsressort nun angekündigt, etwa eine Million Euro in eine „Einheit für kurzfristige Aufnahmen“ zu investieren.

Die Behörde gab bekannt, dass sie hoffe, mit dieser Maßnahme dem gesteigerten Patientenaufkommen in der Notaufnahme, die in den letzten zwanzig Jahren praktisch kaum verändert wurde, gerecht zu werden. 

Diese neue Einheit soll 26 Patienten aufnehmen können, und es soll verhindert werden, dass es bei einem Ansturm auf die Notaufnahme wieder dazu kommt, dass Patienten in den Gängen oder sogar im Notausgang stundenlang auf eine Untersuchung bzw. Behandlung warten müssen. Die „Einheit für kurzfristige Aufnahmen“ ist auch für Patienten in Beobachtung konzipiert und für Patienten in weniger kritischem Zustand.

Kurz nach dem Tod einer Patientin, die drei Tage mit gebrochener Hüfte in der Notaufnahme gelegen hatte und bei der Operation verstorben war, hatte Krankenhaus-Leiter Ignacio López Puech bereits die Einrichtung dieser Einheit angekündigt. Damals hatte er eingestanden, dass die Durchführung von Um- oder die Errichtung von Neubauten im Falle des 47 Jahre alten Universitätskrankenhauses der Kanaren wegen fehlender Fläche kaum möglich seien. Zwar versuche man im Krankenhaus, die Aufenthaltsdauer der Patienten zu verringern, doch reiche dies bei Weitem nicht aus. López Puech sprach sich dafür aus, mehr Patienten an private Kliniken zu überweisen, die stärker in das öffentliche Gesundheitswesen einbezogen werden sollten.

Catalina Darias, Sprecherin der am Krankenhaus vertretenen Gewerkschaft Intersindical Canarias (IC), begrüßte die Maßnahme, bedauerte jedoch, dass diese Einheit kaum vor Mitte nächsten Jahres fertiggestellt sein werde. 

Sechs OPs im Sommer „außer Betrieb“

Nachdem die Krankenhausleitung bereits die Schließung von vier Etagen zur Durchführung von Wartungsarbeiten während der Sommermonate beschlossen hatte, gab Gewerkschafterin Darias in einem Radio-Interview nun bekannt, auch sechs Operationssäle sollten „außer Betrieb“ genommen werden. 

Auf Nachfrage einer Tageszeitung hielt sich die Krankenhausleitung bedeckt, wollte die Behauptung weder bestätigen noch widerlegen. Im Sommer würden alle Operationssäle in Betrieb bleiben, für die auch Personal vor Ort sei, schließlich ginge fast ein Drittel der Belegschaft im Sommer in Urlaub. Ziel der Krankenhausleitung sei, die maximal möglichen Operationen auch durchzuführen. Es wurde darauf hingewiesen, das Krankenhaus verfüge über 14 allgemeine Operationssäle, vier OPs für ambulante Eingriffe sowie zwei OPs für Eingriffe am Auge. 




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