Barranco del Infierno im neuen Jahr endlich wieder besuchertauglich?


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Cabildo investiert 182.000 Euro in die Instandsetzung des Weges und in Sicherheitsmaßnahmen

Die Schlucht mit dem furchteinflößenden Namen Barranco del Infierno (Höllenschlucht) ist in Wirklichkeit ein Naturschatz, der der Gemeinde Adeje jahrzehntelang als Aushängeschild diente und viele Besucher bescherte.

Die Schlucht, die wie eine natürliche Kerbe vom zentralen Hochland in Richtung Meer verläuft, beherbergt eine beachtliche Menge an endemischen Tier- und Pflanzenarten und war mit ihren unterschiedlichen Vegetationszonen bis zu ihrer Schließung ein beliebtes Ziel für Wanderer und Naturfreunde. Ein tragischer Unfall im Jahr 2009, bei dem ein deutscher Wanderer durch Steinschlag tödlich verletzt wurde, führte zur Zutrittssperre. Seither sind die Inselverwaltung von Teneriffa und die Gemeinde Adeje um eine Lösungsfindung für Sicherheit und Haftung bemüht, die jedoch bis heute nicht herbeigeführt werden konnte. Viel Tinte wurde über die Wiedereröffnung – immer als „baldig“ angekündigt – verschrieben.

Im vergangenen Jahr kamen Cabildo und Gemeinde endlich zu einer für beide Seiten akzeptablen Vereinbarung. Demnach soll die Verwaltung des Naturgebiets der Gemeinde übertragen werden, der sowohl die Gewährleistung der Sicherheit für Besucher als auch die Instandhaltung obliegen. Die Gemeinde wiederum plant, die Verwaltung einer externen Firma per öffentlicher Ausschreibung zu übertragen. Bevor dieser Prozess – der zwar schon mehrmals angekündigt, jedoch bis heute nicht durchgeführt wurde – eingeleitet werden kann, muss der Wanderpfad, der durch die Schlucht führt, instand gesetzt werden. Hierfür hat die Inselverwaltung nun über das Umweltamt 182.000 Euro vorgesehen, teilte kürzlich Ressortleiterin Ana Lupe Mora mit. Die Arbeiten zur Instandsetzung des Weges, zur Beseitigung von Geröll, Einebnung und Ausbesserung von Stützmauern seien bereits bei dem Unternehmen Tragsa in Auftrag gegeben worden, erklärte sie. Die Fertigstellungsfrist betrage drei Monate. Die finanziellen Mittel stammen zu 85% aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

„Es handelt sich um ein bedeutendes Vorhaben“, sagte Ana Lupe Mora über die vorgesehenen Bauarbeiten, „denn dadurch wird ermöglicht werden, dass einer der schönsten Orte der Insel wieder besucht werden kann. Wir haben erkannt, dass die Sicherheit der Besucher Priorität haben muss, und wir möchten die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Sicherheit von Urlaubern und Residenten, die diesen Wanderweg benutzen, gewährleistet werden kann.“

Die Höllenschlucht stand übrigens bis zur ihrer Schließung vor fünf Jahren an zweiter Stelle der meistbesuchten Naturgebiete Teneriffas, direkt nach dem Teide-Nationalpark.




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