„Baden oder Nichtbaden“


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Polemik um Santa Cruz’ neuen „See“ geht weiter: CCN fordert Volksentscheid

Die Partei Centro Canario Nacionalista (CCN) in Santa Cruz de Tenerife hat ein Referendum gefordert, um darüber zu entscheiden, ob in dem Gezeitensee der neuen Plaza de España gebadet werden darf oder nicht.

Sie verlangt, durch einen Volksentscheid herauszufinden, ob die Bürger einen See zum Anschauen oder ein Freibad wünschen – in diesem Fall, so CCN in einer Mitteilung, müssten Rettungsschwimmer engagiert und die Wasserqualität gewährleistet werden. Der von den Schweizer Architekten Herzog & de Meuron entworfene künstliche Salzwassersee, dessen Wasserstand die Gezeiten nachahmen soll, steht seit der Eröffnung der Plaza de España im Kreuzfeuer.

Nachdem sich in den ersten Tagen zahlreiche Bürger eine Erfrischung in dem überdimensionalen Planschbecken gönnten, verhängte die Stadt ein Badeverbot. Abkühlung im Lago – im Volksmund mittlerweile als Charca del Cabildo (Tümpel des Cabildos) bekannt – steht seither unter Strafe.

CCN wies nun darauf hin, dass einerseits das Baden verboten wird, andererseites aber nicht an die mindesten Sicherheitsvorkehrungen wie eine Umzäunung des Sees gedacht wurde. Gerade für Kinder sei dies äußerst gefährlich, mahnen die Nationalisten, die außerdem auch mit dem Gesamtergebnis des Herzog & de Meuron-Projektes nicht zufrieden sind. „Das Cabildo hat mit dem Einverständnis der Stadt den Platz geliefert, indem ein fremdartiges Projekt genehmigt wurde, das die Plaza de España in einen Rummelplatz am Abend und zu einem Tümpel am Tag verwandelt hat.“

Kritik auch an Fontäne

Unterdessen sorgt auch die als Sensation innerhalb des Wasserbeckens geplante Fon­täne für Unmut. Die bei der Plaza de España stationierten Taxifahrer haben sich darüber beschwert, dass sie an windigen Tagen ständig damit beschäftigt sind, ihre Fahrzeuge von den Wasserspritzern zu reinigen. „Das Wasser stört auch die Leute in den Cafés“, erklärte ein Taxifahrer den Reportern. Außerdem seien ihre Taxis durch das Meerwasser immer voller Salz, beschweren sich die Fahrer. Auch die Tatsache, dass der Geysir bei windigem Wetter meist abgeschaltet bleibt, lässt am Sinn dieses Elements zweifeln, denn erfahrungsgemäß weht an Santa Cruz’ Meerseite meistens ein recht kräftiger Wind.




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