Autonome Polizei trotzt der Kontroverse


© Moisés Pérez

Regionalregierung begeht dreijähriges Bestehen dieses Polizeikorps inmitten der Kritik

Am 28. Mai wurde im Hauptquartier der Policía Canaria in Añaza bei Santa Cruz der dritte Jahrestag der Gründung dieses regionalen Polizeikorps begangen. Der kanarische Regierungschef Paulino Rivero, oberster Verfechter dieser Autonomiepolizei, wohnte dem Festakt bei und ließ bei dieser Gelegenheit wissen, dass die Policía Canaria trotz aller Kritik weiter bestehen bleiben wird.

Rivero reagierte damit auf die harsche Kritik des PP-Abgeordneten Víctor Moreno, der Tage zuvor die sofortige Auflösung der regionalen Polizei forderte.

Rivero sieht die Aufwendungen für den Erhalt der Policía Canaria hingegen weniger als Ausgaben, denn als Investition in die Sicherheit. „Die Policía Canaria ist ein wichtiges Bindeglied und grundlegender Bestandteil für die Gewährleistung der Sicherheit der Canarios und der Millionen Touristen, die uns jedes Jahr besuchen“, erklärte Rivero. Deshalb werden diese Sicherheitskräfte weiter Dienst tun, egal wie groß die Kritik sei.

Víctor Moreno hatte der Regierung vorgeworfen, die Autonomiepolizei mit jährlich 4,2 Millionen Euro zu finanzieren, was er für eine enorme Verschwendung hält. Allein vier Millionen Euro entfielen auf die Gehälter der Polizisten, monierte er und behauptete unter Berufung auf interne Quellen, dass derzeit nur 59 Beamte auf allen Inseln im Dienst seien. Die Regierung wies diesen Vorwurf zurück und teilte in einer offiziellen Stellungnahme mit, dass die Policía Canaria 99 Arbeitsplätze vorsehe, von denen derzeit 88 vergeben seien.

Für Víctor Moreno sind und bleiben die Effektivität und der Nutzen der regionalen Polizeieinheit fragwürdig.

Die Policía Canaria wurde nach jahrelangem Tauziehen und trotz starkem Gegenwind aus den Reihen der Opposition von den kanarischen Nationalisten (CC) im Sommer 2010 ins Leben gerufen. Die Opposition sah die Investition in einen autonomen Polizeischutz von Anfang an als reine Geldverschwendung an.




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