Aussicht auf Openair-Konzerte am Strand


© EFE (Son Latinos 2000)

Lockerung des Küstenschutzgesetzes eröffnet Chancen für ein neues „Son Latinos“

Das Openair-Festival „Son Latinos“ war jahrelang fester und wichtiger Bestandteil des Konzertkalenders auf Teneriffa. Das Festival am Strand von Los Cristianos verstand sich als Treffpunkt all derjenigen, die sich für lateinamerikanische Rhythmen begeistern, und brachte in den Jahren 1989 bis 2003 weltbekannte Stars dieser Musikszene auf die Insel.

Mit dabei waren unter anderem Carlos Vives, Chayanne, Juanes, Paulina Rubio, José Feliciano, Zucchero und die kubanische Legende Compay Segundo. 2003 wurde das Festival mit dem Auftritt der berühmten mexikanischen Band Maná gekrönt, die damals an der Spitze des Erfolgs stand. Dann kam das Aus. Das spanische Umweltministerium, dem die überdimensionale Beachparty schon länger ein Dorn im Auge war, fand über das Küstenamt und ein entsprechendes Gesetz die Möglichkeit, das Festival am Strand Las Vistas zu verbieten. Ein alternativer Veranstaltungsort wurde nicht gefunden, sodass der Veranstalter „Guagua Producciones“ nach sechs erfolgreichen Ausgaben 2004 infolge einer richterlichen Anordnung unter Berufung auf das Gesetz die Veranstaltung absagen musste.

„Im vergangenen Jahr hinterließen die Festivalbesucher 51 Tonnen Müll am Strand“, hieß es in einer Mitteilung des Küstenamtes. Mehr als 250.000 Menschen waren zu dem Openair-Konzert am letzten Samstag im August geströmt.

Nun eröffnet das überarbeitete Küstenschutzgesetz (das Wochenblatt berichtete) neue Möglichkeiten für Veranstaltungen an der Küste und somit auch für Konzerte im Stil von „Son Latinos“. Bereits zwei kanarische Veranstalter interessieren sich für die Veranstaltung eines Openair-Festivals in Las Vistas im Stil von „Son Latinos“. Rider Producciones hat dafür sogar schon einen neuen Namen: „Son Atlántico“. Ein entsprechendes Projekt liegt zur Machbarkeitsprüfung bereits dem zuständigen Ressort der Regionalregierung und der Gemeinde Arona vor. Diese steht den Plänen grundsätzlich positiv gegenüber, denn das musikalische Event könnte dem Image Aronas zuträglich sein und würde wirtschaftliche Impulse bedeuten. Dennoch gilt die Zustimmung und Unterstützung der Gemeinde nur unter dem Vorbehalt, dass sämtliche Umweltauflagen erfüllt werden und gewährleistet wird, dass der Strand bereits am Tag nach der Veranstaltung wieder in einwandfreiem Zustand ist. Antonio Sosa vom Gemeinderat ließ wissen, dass sowohl ein Projekt von Rider Producciones als auch ein ähnliches von LM Producciones geprüft werden.

Parallel zu den Umweltauflagen ist auch die Finanzierung eine Hürde, die es zu nehmen gilt. Vonseiten der Stadt und anderen Behörden und Institutionen kann kaum mit Zuschüssen gerechnet werden.




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