Aufschub für Cho Vito


Abriss-Termin verschoben

Das Hungern hat sich zumindest vorerst gelohnt. Die Bewohner des Fischerdorfes Cho Vito bei Candelaria haben durch ihren massiven Druck erwirkt, dass der für den 20. September angekündigte Abriss ihrer Häuser verschoben wurde.

Am 10. September trafen sich in Madrid Vertreter der Abteilung für Küsten des Umweltministeriums, der kanarischen Regierung und des Cabildos von Teneriffa, um über die Zukunft des Dorfes zu verhandeln, das im Zuge der „Küstenbereinigung“ des spanischen Umweltministeriums abgerissen werden soll (das Wochenblatt berichtete). Aber – wie es so schön heißt –  verschoben ist nicht aufgehoben, und so wurde bei dem Treffen auch gleich ein neuer Termin für den Abriss festgelegt. Bis 30. November muss für die noch verbliebenen Familien in Cho Vito ein neues Zuhause gefunden werden, denn dann sollen ihre Häuschen am Meer endgültig dem Erdboden gleichgemacht werden.

Unterdessen feierten die Bewohner, die mit einem Hungerstreik gegen die Demolierung ihrer Häuser protestiert hatten, den vorläufigen Erfolg ihrer Aktion. Sieben Tage lang hatten sie an der Plaza de La Candelaria in Santa Cruz demonstrativ ausgeharrt – zwei von ihnen mussten nach einem Kreislaufkollaps ins Krankenhaus gebracht werden. Den nun gewährten Aufschub des Abriss-Urteils wollen sie nutzen, um mit dem Argument des „kulturellen und sozialen Wertes“ der Siedlung weiter für den Erhalt der neun Häuser in erster Meereslinie zu kämpfen. Tomás González erklärte als Sprecher der Betroffenen, dass dies mit „politischem Konsens“ möglich sei und wagte sogar zu hoffen, dass Cho Vito wieder neu aufgebaut werden könnte.




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