Auf Teneriffa haben bereits zwei Hotels eine temporäre Schließung bestätigt


© Moisés Pérez

Der offizielle Grund lautet „Renovierungsarbeiten“, doch die derzeitige Buchungslage spielt sicher auch eine Rolle

Der Vorwand sind Renovierungsarbeiten. Dennoch lässt sich der Verdacht nicht abschütteln, dass die nunmehr bestätigte Schließung von zwei Hotels im Süden von Teneriffa nach Ostern und bis zur Sommersaison auch eng mit der schlechten Wirtschafts- und Buchungslage zusammenhängt.

Wie der Vorsitzende des Reisebüroverbands der Provinz Teneriffa, José Ingacio Alonso, der Inselpresse gegenüber bestätigte, werden die Hotels Gran Tinerfe in Costa Adeje und Paraíso Floral in Playa Paraíso vorübergehend geschlossen.

Das vier-Sterne-Hotel Gran Tinerfe gehört zur Hotelkette H10 und hat seine vorläufig letzten Gäste bereits am 20. April verabschiedet. Bis 23. Juni wird das 1971 gebaute Hotel einer gründlichen Renovierung, inklusive Erneuerung der gesamten Einrichtung unterzogen.

Auch das 30 Jahre alte drei-Sterne-Hotel Paraíso Floral der Fiesta-Hotelgruppe soll wäh­rend der saisonbedingten Pause renoviert werden. Nach der Wiedereröffnung soll ein weiteres Hotel der Fiesta-Gruppe, das Oasis Paraíso für etwa anderthalb Monate geschlossen und ebenfalls renoviert werden. Die temporäre Schließung der Hotels wurde den Reiseveranstaltern rechtzeitig mitgeteilt.

José Ignacio Alonso betonte, dass es sich lediglich um eine Pause handelt, die in Zeiten geringer touristischer Auslas­tung dazu genutzt wird, Verbesserungen der Hotels vorzunehmen, und keineswegs um eine definitive Schließung. Obwohl das Gerücht kursiere, dass bedingt durch die Krise in Kürze mehrere Hotels schlie­ßen würden, könne dies derzeit nicht bestätigt werden und würde, falls der Ernstfall tat­sächlich eintritt, vermutlich erst im nächsten Sommer geschehen, denn in diesem Moment sei die Lage noch lange nicht so dramatisch, versicherte er. Auch der Leiter des Tourismusförderungsverbands von Teneriffa, Alberto Bernabé, beschwichtigte. Die Lage werde zu sehr dramatisiert, denn es sei schließlich eine übliche Vorgehensweise, dass Hotels für Renovierungsarbeiten zeitweise geschlossen werden. Dies sei nichts Neues und auch nichts, was einzig der Wirtschaftslage zugeschrieben werden kann. Dennoch räumte auch er ein, dass es bisher auf den Inseln eher üblich war, Hotels nur partiell zu schließen und so die Renovierung in zwei Phasen durchzuführen. Für die Kassen der Hotels sei eine temporäre Komplett-schließung zwar schlechter,  für die Urlaubsgäste jedoch von Vorteil, denn die Unannehmlichkeiten durch die Renovierungsarbeiten fallen weg.

Ansturm auf den Süden

Hoteldirektoren im Süden Teneriffas durften sich zumindest über die Osterfeiertage über volle Häuser freuen. Am Gründonnerstag war der Ansturm auf den Süden schon auf der Autobahn kurz nach Verlassen von Santa Cruz spürbar. Eine Blechlawine wälzte sich in Richtung der Urlaubsmetropole Playa de las Américas und Umgebung. Viele Tinerfeños nutzten die Feiertage für einen Kurzurlaub im Süden und angesichts der Nachfrage nach fünf Sterne Hotels schienen sie die Krise für einige Tage vergessen zu wollen. Wie ein Sprecher des First Class-Hotels Bahía del Duque mitteilte, waren die 356 Zimmer und 40 Villen des Resorts zwischen Gründonnerstag und Karsamstag „voll“. In den ers­ten drei Tagen der Osterwoche verzeichnete das Hotel eine Auslastung von 80%. Gebucht hatten überwiegend Familien, die ihre Ferien ausschließlich innerhalb des Hotels verbrachten.

Auch andere Luxus-Hotels im Süden Teneriffas meldeten positive Belegungszahlen. Das Gran Meliá Palacio de Isora (609 Zimmer) beispielsweise war eigenen Angaben zufolge während der Feiertage zu 85% ausgelastet, zu Anfang der Osterwoche allerdings nur zu 60%. Für Residenten gab es Spezialangebote. Auch das Hotel Villa Cortés konnte sich dank der vielen Reservierungen von Gästen aus Santa Cruz und anderen Orten der Insel über eine bis zu 95% Kapazitätenauslastung freuen. Und auch hier hörte man über die Feiertage mehr Spanisch als Deutsch oder Englisch. Das Luxusresort Abama in Guía de Isora hingegen zählte weniger einheimische Gäste als Urlauber vom spanischen Festland, Briten, Deutsche, Skandinavier und Schweizer.

Und auch in den Restaurants der Urlaubsorte klingelten die Kassen in der Karwoche wie schon lange nicht mehr. Die Meerespromenade zwischen Arona und Adeje erinnerte an Zeiten, in denen der Tourismus boomte, die Café-Terrassen und Restaurants waren gut besucht, und auch das lebhafte Nachtleben erinnerte an die Zeit vor der Krise.




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