Armut trotz Arbeitsplatz


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Wochenblatt-Leser helfen

Die Armut existiert weiterhin auf den Kanaren, auch wenn sich die Indikatoren verbessert haben. Die außerordentlich schlechte „Qualität“ der Arbeitsverträge (hier contratos basura – Müllverträge genannt) also schlechte Bezahlung, kurze Laufzeit und/oder Teilzeit – führt dazu, dass die Menschen weiterhin bei den Hilfsorganisationen vorsprechen und um Unterstützung bitten müssen.

Die extreme Armut ist ein  fortbestehendes Phänomen,  obwohl sich die makro-ökonomischen Daten verbessert und die Arbeitslosenzahlen abgenommen haben.  Allerdings ist die Qualität der Arbeitsplätze und damit die Bezahlung der Arbeiter derart niedrig, dass sie ihre Grundbedürfnisse damit nicht bestreiten können. Das hat vor einigen Tagen der Präsident der Kommission zur sozialen Wiedereingliederung und zum Kampf gegen die Armut mitgeteilt. Néstor Hernández hat die Zentrale des Roten Kreuzes in Las Palmas besucht, wo mehrere Arbeitstreffen mit den Präsidenten des Roten Kreuzes der Kanaren, Gerardo Mesa, und dem Verantwortlichen für die Provinz Las Palmas, Juan Campos, abgehalten wurden.

Die Schaffung von Arbeitsplätzen sei zwar eine Priorität der Kanarischen Regierung, doch müssten diese auch qualitativ akzeptabel sein. Man werde also spezielle Arbeitsverträge für Unternehmen schaffen, die sich um öffentliche Aufträge bewerben. Diese Arbeitsverträge würden einige soziale Klauseln enthalten die darauf ausgerichtet sein werden, Arbeitsplätze zu vernünftigen Bedingungen zu schaffen, erläuterte der Präsident der Kommission.

Diese Zusammenkunft mit den Vertretern des Roten Kreuzes ist der Beginn einer Runde von Treffen mit Hilfsorganisationen und sozialen Einrichtungen in der Region, um alle Kräfte im Kampf gegen die Armut auf den Kanaren zu sammeln. Néstor Hernández möchte nicht nur persönlich die Aktivitäten der einzelnen Organisationen kennenlernen, sondern ihnen auch das Projekt der kanarischen Regierung zur Bewältigung dieser Aufgabe erläutern.

Hernández unterstrich, dass auf den Inseln eine „hohe Instabilität“ des Arbeitsmarktes existiere, von der insbesondere hochqualifizierte Personen zwischen fünfundzwanzig und vierzig Jahren betroffen seien und zwar im doppelten Sinne – wegen der kurzen Laufzeit der Verträge und der außerordentlich schlechten Bezahlung. Er verlangte  besondere Beachtung für diese Bevölkerungsgruppe, die durch die wirtschaftlichen Verhältnisse zur beruflichen und privaten Unsicherheit verurteilt sei. Die schlechte Bezahlung lasse es nicht zu, ein Lebensprojekt zu entwickeln. Ökonomen würden diese Personengruppe schon seit Jahren als „die Ungewissen“ bezeichnen.

Gerardo Mesa, kanarischer Präsident des Roten Kreuzes, stimmte mit Néstor Hernández darin überein, dass sich die wirtschaftliche Situation auch auf den Kanaren verbessert hat und neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Doch in den meisten Fällen handele es sich um Stunden-Verträge zu sehr prekären Konditionen, was die Menschen dazu zwinge, nach wie vor an anderer Stelle Unterstützung zu suchen, weil sie von ihrem Verdienst nicht überleben können. 

Daher erwarte er Maßnahmen, um die Bedingungen in den Arbeitsverträge zu überprüfen und zu verbessern und um den Beschäftigen einen Verdienst zu garantieren, von dem sie mit ihren Familien überleben können. 

Das alles beweist ganz klar, dass die Unterstützung der kanarischen Familien durch Hilfsorganisationen und privater Initiative nach wie vor vonnöten ist. Deshalb bitten wir Sie, liebe Leser, uns auch weiterhin mit ihren Spenden für unsere Aktion „Aus Geben wächst Segen“ zu helfen.

An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei Herrn Michael Raufelder aus Schwelm bedanken, der wieder 250 Euro auf unser Spendenkonto überwiesen hat. Dank auch an die „Paten“ die uns regelmäßig mit ihren Beiträgen unterstützen.

Was bisher mit den Spendengeldern geschah

Alle Spenden kommen voll den verschiedensten hier ansässigen Hilfsorganisationen zugute. Dafür bürgt die nunmehr in 34 Jahren bei seinen Lesern erworbene Reputation des Wochenblatts. Das Sonderkonto bei der Solbank wird gebührenfrei geführt. Kein Cent für Verwaltungsaufwand oder dergleichen wird von Ihren Spenden abgezweigt. 

Bevor eine Hilfsorganisation vom Wochenblatt gefördert wird, unterhält man sich eingehend vor Ort mit den Verantwortlichen und macht sich ein Bild über deren Ziele, Arbeitsweise und Effektivität. Darüber wird in allen Wochenblatt-Ausgaben berichtet. 

Spendenempfänger:

„La Mesa“, Puerto de la Cruz und San Isi­dro/­ Granadilla (12/09, 02/10, 03/10) Euro 7.300

Servicio Social Adeje (12/09) Euro 2.500

Sozialer Speisesaal „Hijas de Caridad“, Santa Cruz de Tenerife (02/10, 05/10, 12/10, 07/11, 01/12, 12/12) Euro 15.000

Fundación „Candelaria Solidaria“ (02/10) Euro 1.000

Kinder-Tageszentrum Padre Laraña, Santa Cruz de Tenerife (04/10, 11/10, 12/10, 04/11, 09/11, 01/12, 04/12, 12/12, 01/13, 03/13, 8/13, 01/14 Weihnachtsbescherung, 03/14, 04/14, 12/14, 03/15) Euro 26.260

Caritas Puerto de la Cruz (06/10, 08/10, 01/11, 10/11) Euro 3.000

Sozialer Speisesaal „San Pío X“, Santa Cruz de Tenerife (09/10, 01/13) Euro 4.500

Caritas Teneriffa (03/11) Euro 3.000

Sozialer Speisesaal „Casa de Acogida María Blanca“, Puerto de la Cruz (8/11, 01/12, 9/12, 12/12, 03/13, 12/13, 2/14, 03/14) Euro 10.930

Caritas „Virgen de los Dolores“, Puerto de la Cruz (01/12, 09/12, 06/13, 06/14, 6/15) Euro 4.750

Caritas Los Cristianos (02/12) Euro 2.000

Sozialer Speisesaal „San Vicente de Paúl“, La Laguna (05/12, 12/12, 2/14, 6/15) Euro 8.500

Vier Hilfsstellen der Caritas, Puerto und Umgebung: „Virgen de los Dolores“, „San Juan de Padua“, „La Candelaria“ und „Peña de Francia“ (12/12, 3/13, 12/13, 3/14) zusammen Euro 8.000

Kinder-Tageszentrum in La Vera (1/13, 8/13, 03/14, 04/14) Euro 2.483,83

Caritas Los Potreros, Los Realejos (05/13, 9/13, 12/13, 10/14, 2/15) Euro 3.300

Caritas La Concepción, Los Realejos (10/14, 12/14) Euro 1.250

Caritas Gemeinde San Juan Bautista, La Orotava (mehrere Zahlungen 12/14) zus. Euro 3.775 

Einladung zum Mitmachen

Die Idee ist ganz einfach: Sie spenden einen Einmalbetrag oder sagen zu, monatlich ein Jahr lang, „Überwinterer“ vielleicht auch nur ein halbes Jahr lang, einen festen Betrag auf das Sonderkonto unserer Gemeinschaftsaktion „Aus Geben wächst Segen“ bei der Sol Bank einzuzahlen. Bankdirektor Don Emilio Bas Castells führt dieses Konto für uns kos­tenlos. 

Das Wochenblatt garantiert, dass jeder Cent von diesem Konto ohne Abzug Hilfsorganisationen auf Teneriffa zugute kommen wird. Von der Organisation, die Ihr Geld erhalten hat, bekommen Sie auf Wunsch eine Spendenbescheinigung. Als Vorbild für mögliche weitere Spender zur Nachahmung werden im Rahmen des „Spendenbarometers“ die Namen der Mitmachenden, sowie Höhe der Beträge in jeder Wochenblatt-Ausgabe veröffentlicht. Sie können sich dazu auch einen „Mitmachnamen“ ausdenken, unter dem Ihre Gabe genannt wird.

Unser Spendenkonto bei der Solbank

IBAN: ES1400810403340001185625 

BIC: BSABESBB

Danksagung der Voluntarias de la Caridad de San Vicente de Paúl 

Im Namen der Freiwilligen Helferinnen des Ordens San Vicente Paul möchte Ihnen meinen Dank für die Hilfe aussprechen, die Sie unserem sozialen Speisesaal „Virgen Poderosa“ in der Straße Nava y Grimón 8 in San Cristóbal de La Laguna zukommen ließen. 

Diese Unterstützung ermöglicht es uns, unseren Arbeitsrhythmus beizubehalten, der sich seit Beginn der Krise in Jahr 2008 auf außergewöhnliche Weise erhöht hat. Aufgrund ihrer privaten Umstände besucht eine große Zahl von Personen seither unseren Speisesaal. 

Unsere Arbeit besteht zum einen darin, rund 95 Familien durch die Verteilung von Lebensmittelbeuteln vierzehntägig mit Grundnahrungsmitteln zu versorgen. Zum anderen versorgen wir täglich mehr als hundert Personen mit einem Mittagessen. Eine Zahl, die sich im Monat August verdoppelt, wenn andere soziale Speisesäle in der Stadt geschlossen sind.

Ohne Zweifel vermindert sich durch Ihre großzügige Spende die Last derjenigen, die zu uns kommen und um Hilfe bitten, die außerdem dank der konstanten Arbeit unserer Freiwilligen betreut werden.

Nochmals vielen Dank und herzliche Grüße

Matilde Guadalupe Sánchez

Regional-Delegierte des AIC und 

Verantwortliche des Speisesaals.




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