Amtseinführung in den Rathäusern auf Teneriffa


© PP

Politischer Wechsel in acht Gemeinden im Norden • Im Süden sind die Sozialisten stärkste Partei

In drei Rathäusern der Inseln – La Laguna, Garachico und Valsequillo – bleiben vorläufig die Bürgermeister im Amt, die vor dem 22. Mai 2011 regierten, bis die verschiedenen eingereichtenen Wahleinsprüche geklärt sind.

Dies muss bis spätestens 1. Juli geschehen sein, damit an diesem Tag die neuen Gemeinderäte gebildet werden können.

In der Provinz Santa Cruz de Tenerife wurden am 11. Juni 52 der 54 Gemeinderäte gebildet.

Bei der Amtsübernahme am 11. Juni bekamen acht der fünfzehn Gemeinden im Norden von Teneriffa einen neuen Bürgermeister bzw. Bürgermeisterin. Einen politischen Wechsel gab es beispielsweise in La Victoria, wo die Sozialisten unter Manuel Correa von einem Bündnis CC-PP abgelöst werden. In Santa Úrsula wurde die alteingesessene Partei AISU auf den Platz der Opposition verwiesen, und in Puerto de la Cruz wurde Marcos Brito (CC) durch ein in letzter Minute beschlossenes Bündnis mit PP Bürgermeister.

Im Süden sind sechs Gemeinden fest in sozialistischer Hand, in weiteren drei Gemeinden wurde ein Bündnis PSOE-PP gebildet, zwei Gemeinden bleiben den Nationalisten und in der bereits historischen PP-Bastion Arafo bleibt alles beim Alten – mit Ausnahme des Bürgermeisters.

Santa Ursula: PP-Bürgermeisterin Milagros Pérez im Amt

Wahlergebnis in Sitzen:

AISU:  8

PP: 8

PSOE: 1

Erstmals seit der Einführung der Demokratie in Spanien, wird in Santa Úrsula nicht die alternative Partei AISU regieren. Ein zwischen PP und PSOE unterzeichnetes Bündnis hat AISU-Bürgermeister Ricardo García entthront, der am 11. Juni das Zepter an Milagros Pérez (PP) übergab. Sie übernimmt – als erste Frau in der Geschichte der Stadt – den Bürgermeisterposten für die kommenden drei Jahre, während PSOE-Kandidat Víctor Manuel Hernández das letzte Jahr bis Ende der Legislatur das Zepter übernehmen wird.

Viele Bürger kamen am 11. Juni zum Rathaus, um sich zu erkundigen, wer denn nun ihr neuer Bürgermeister werde. Bis zum Schluss war es ein Geheimnis geblieben, welche Parteien sich zusammenschließen würden. Bei der Kommunalwahl hatte es einen Stimmengleichstand bei PP und AISU gegeben, sodass die Entscheidung der Sozialisten den Ausschlag gab. Die PSOE rang der PP bei dem Regierungsabkommen das Stadtplanungsamt, das Sozial- und Kulturamt sowie den Stadtvorsitz für ein Jahr ab.

La Victoria: Haroldo Martín (CC) ist neuer Bürgermeister

Wahlergebnis in Sitzen:

PSOE:  6

CC: 5

PP: 2

Obwohl die Sozialisten eine knappe Stimmenmehrheit erreichten, musste Manuel Correa den Bürgermeisterposten für seinen politischen Kontrahenten Haroldo Martín (CC) freimachen, dessen Partei durch ein Bündnis mit der PP nach zwölfjähriger Pause wieder an die Macht gelangt. Die Zugeständnisse der CC an ihren neuen Partner sind die Ämter für Soziales, Jugend, Kultur und Festlichkeiten. Die PP hatte bei Gesprächen mit den Sozialisten klargemacht, dass sie einem Bündnis nur dann zustimmen würden, wenn Manuel Correa auf das Amt des Bürgermeisters verzichtet. Parteiinterne Anweisungen der Sozialisten, nicht mit der PP zu koalieren, schlossen dann aber diese Möglichkeit aus.

Puerto de la Cruz: Marcos Brito (CC) bleibt Bürgermeister

Wahlergebnis in Sitzen:

CC:  8

PSOE: 6

PP: 4

VxP: 2

IU-XTF: 1

Regelrecht in letzter Sekunde beschlossen CC und PP ein Bündnis, durch das Marcos Brito (CC) Bürgermeister bleibt. Bis drei Uhr morgens am 11. Juni sollen die Verhandlungen gedauert haben, und sowohl PP-Kandidat Sebastián Ledesma als auch Marcos Brito gaben bei dessen Amtseinführung am Vormittag zu, dass das Abkommen zwar beschlossen, aber noch nicht unterzeichnet sei. Zugeständnisse von CC an PP sind die Stadtämter Umwelt, Wirtschaftsentwicklung, Stadtplanung. Wichtige Ämter wie Finanzen, Tourismus, Soziales und Kultur behält CC.

Brito kündigte bei seiner Amtseinführung an, „mit Autorität aber nicht autoritär“ regieren zu wollen. Für die neue Legislatur habe er vor allem zwei Ziele: die Schaffung von Arbeit und Wohlstand und die Erfüllung der Forderungen der Bürger. 

La Orotava: Achtes Mandat für Isaac Valencia (CC)

Wahlergebnis in Sitzen:

CC:  13

PP: 3

PSOE: 3

IpO: 2

Seit 28 Jahren ist Isaac Valencia (CC) Bürgermeister von La Orotava, und er wird es auch für die kommenden vier Jahre in seinem nunmehr achten Mandat bleiben.

Die feierliche Amtseinführung im Festsaal des Rathauses wurde von einer Gruppe von Protestlern gestört, die mit roten Nasen und Perücken geschmückt lautstark gegen den „Politzirkus“ in der Stadt demonstrierten; Valencia bezeichneten sie dabei als „Clown“. Eine Viertelstunde lang unterbrachen sie die Zeremonie,  während der Bürgermeister den Zwischenfall mit Fassung trug. Als die Demonstranten allerdings auf seine wiederholten Bitten um Ruhe nicht reagierten, wurden sie schließlich von der Lokalpolizei aufgefordert, den Saal zu verlassen. Vor der Tür fuhren sie mit ihrem Protest fort. Anzeigen gab es danach keine.

Los Realejos: Manuel Domínguez (PP) ist neuer Bürgermeister

Wahlergebnis in Sitzen:

PP:  11

CC: 6

PSOE: 3

IU-XTF: 1

Manuel Domínguez wurde am 11. Juni zum ersten PP-Bürgermeister von Los Realejos ernannt. Bei der Übergabe des Zepters der Stadt kündigte der neue Mann im Rathaus an, unter Berücksichtigung der Meinung der Opposition regieren zu wollen. Obwohl die PP die Wahl mit absoluter Mehrheit gewonnen habe, wolle man den Dialog mit den Parteien der Opposition pflegen.

Icod de los Vinos: Juan José Dorta (PSOE) wieder im Amt

Wahlergebnis in Sitzen:

PSOE:  9

CC: 7

PP: 4

S.I.: 1

In Icod de los Vinos standen gravierende Meinungsverschiedenheiten einem erneuten Bündnis CC-PP im Wege, wodurch Juan José Dorta (PSOE) mit einer Minderheitsregierung das Zepter übernahm. Er war bereits zwischen 1995 und 2007 Bürgermeister und steht nun vor der schwierigen Aufgabe mit nur neun Sitzen im Stadtrat gegenüber den zwölf der Opposition zu regieren. Dies unter der ständigen Bedrohung eines Misstrauensvotums.

Tacoronte: Álvaro Dávila (CC) übernimmt das Zepter

Wahlergebnis in Sitzen:

CC:     7

PP:    6

PSOE:    6

ASSPPT:  2

In Tacoronte bleibt CC an der Macht, allerdings mit einem neuen Bürgermeister. Álvaro Dávila übernahm am 11. Juni das Zepter von seinem Vorgänger Hermógenes Pérez. Möglich wurde dies durch ein Bündnis mit den Sozialisten, deren Kandidat Carlos Medina nun das Amt des Vizebürgermeisters bekleidet.

Buenavista: Antonio González (ASSPPT) ist einer der jüngsten Bürgermeister

Wahlergebnis in Sitzen:

ASSPPT:  5

PSOE:    4 

CC:    2

CCN:    1

PP:    1

Die Gemeinde im äußersten Nordwesten Teneriffas schreibt  nach der Kommunalwahl 2011 gleich doppelt Geschichte: ihr neuer Bürgermeister Antonio José González ist mit 29 Jahren nicht nur einer der jüngsten Stadtväter der Kanaren, sondern zudem auch der erste Bürgermeister der alternativen Partei ASSPPT (Alternativa Sí se Puede por Tenerife) auf der Insel. Mit einer Minderheitsregierung und einer starken Opposition wird er sich die kommenden vier Jahre mächtig anstrengen müssen.

Arico: PSOE und CCN beenden mit jungem Team langjährige CC-Herrschaft

Wahlergebnis in Sitzen:

PSOE:  5

CC: 5

CCN: 2

PP: 1

Ein Abkommen zwischen PSOE und CCN hat der langjährigen Herrschaft der CC ein Ende gesetzt. 24 Jahre lang war Eladio Morales Bürgermeister der 7.800 Seelen-Gemeinde im Süden. Am 11. Juni übergab er das Zepter an seine vorläufige Nachfolgerin im Bürgermeisteramt, die 34-jährige Olivia María Delgado (PSOE). Sie wird das Amt die ersten zwei Jahre der Legislatur übernehmen; danach soll sie planmäßig von CCN-Kandidat Juan José Armas (40) abgelöst werden.

Granadilla de Abona: Jaime González Cejas (CC)hat das Rathaus zurückerobert

Wahlergebnis in Sitzen:

PSOE:   10

CC:     6

PP:    4

ASSPPT:  1

In Granadilla hat die Mehrheit der Bürger dem bisherigen Bürgermeister Jaime González Cejas an den Wahlurnen ihr Vertrauen ausgesprochen. Bei der Amtseinführung war ein langer Applaus Zeichen für die Zustimmung der Anwesenden zu dem zwischen PSOE und PP geschlossenen Regierungsbündnis.

San Miguel de Abona: CC-CCN-Bündnis

Wahlergebnis in Sitzen:

CC:  6

PSOE: 5

CCN: 4

PP: 2

Valentín González (CCN) wurde dank eines Paktes mit CC als Bürgermeister von San Miguel de Abona vereidigt. Er war bereits in den ersten beiden Jahren der vergangenen Legislatur Bürgermeister gewesen, als seine Partei mit den Sozialisten koalierte. Nach der Amtseinführung erklärte er, sein vorrangiges Ziel sei der Abbau der Schulden. In den kommenden vier Jahren müsse sparsam vorgegangen und „mehr mit weniger“ erreicht werden.




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