Am 31. März vor sieben Jahren


In Santa Cruz warten immer noch Betroffene der schweren Regenfälle auf das ihnen zugesagte neue Zuhause

Am Ostersonntag vor sieben Jahren, dem 31. März 2002, erschütterte eine Unwetterkatas­trophe Teneriffas Hauptstadt. Ein über Santa Cruz festsitzendes Gewitter schüttete in weniger als drei Stunden 232 Liter pro Quadratmeter über Santa Cruz aus.

Die Straßen der Stadt verwandelten sich in reißende Flüsse. Die Bilanz des sintflutartigen Regens: neun Tote, 647 beschädigte oder verwüstete Wohnhäuser, 2.000 betroffene Familien, 423 überschwemmte Geschäfte, unzählige beschädigte Fahrzeuge und von Geröll- und Schlamm-Massen zugeschüttete Straßen.

Am siebten Jahrestag der Katastrophe und mit fünf Jahren Verspätung wurden im Rathaus von Santa Cruz 57 Wohnungen „vorläufig“ den betroffenen Familien des Stadtviertels La Alegría zugesprochen. Die Betroffenen, denen nach dem Verlust ihrer Häuser und Wohnungen am 31. März 2002 ein neues Zuhause versprochen worden war, hatten bereits vor einigen Monaten geklagt, dass sie sich von der Stadt an der Nase herumgeführt fühlen, weil die Veröffentlichung der Namensliste der Begünstigten der Neubauwohnungen immer wieder verschoben wurde. Tatsächlich hat die Stadt sieben Jahre nach der Tragödie nur einen kleinen Teil der zugesagten Sozialwohnungen für die Geschädigten gebaut. Bislang wurden nur die Schlüssel von 21 Wohnungen in San Andrés übergeben, und jetzt wurden die 57 in La Alegría zugeteilt. Im Stadteil Valleseco fehlt die Übergabe von 11 Wohnungen, in La Salud sind es 17, in Los Lavaderos 18 und in El Toscal 24. 11 weitere Sozialwohnungen müssen noch in Barranco Grande-El Draguillo gebaut werden. Insgesamt hatte die Stadt 159 neue Eigenheime zugesagt.

Wenn man bedenkt, dass die 159 Familien, die am 31. März 2002 ihr Zuhause verloren haben, „vorläufig“ in Mietswohnungen untergebracht wurden, die von der Stadt bezahlt werden, ergibt die Hochrechnung einen erstaunlichen Betrag. Wenn man von 100 Mietswohnungen und einer Monatsmiete von rund 500 Euro ausgeht, ergibt sich die Summe von 4,2 Millionen Euro. Stadträtin Luz Reverón wollte zwar keinen genauen Termin nennen, rechnet aber damit, dass vor dem Sommer alle Betroffenen den Schlüssel ihrer neuen Wohnung in den Händen halten werden.




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