Alte Hasen ausgezeichnet


© Fecam

Kanarischer Städtebund ehrt langjährige Bürgermeister

„Dioses de carne y hueso“ – zu Deutsch „Götter aus Fleisch und Blut“ – lautete die Überschrift einer hiesigen Zeitung, die über die Ehrung der kanarischen Bürgermeister mit Amtszeiten von 25 Jahren und mehr berichtete.

Rekordverdächtige Regierungszeiten von Bürgermeistern sind auf den Inseln keine Seltenheit, und es gibt tatsächlich Orte, in denen heute noch derselbe Mann am Ruder ist wie vor über 30 Jahren. Den Rekord hält immer noch Domingo Calzadilla; der Politiker der konservativen Volkspartei PP ist seit 1974 ununterbrochen der Boss in der knapp 5.400-Seelen-Gemeinde Arafo im Nordosten Teneriffas. Aber Calzadilla ist nicht der einzige „alte Hase“. Auch zahlreiche andere Lokalpolitiker können auf Amtszeiten zurückblicken, deren Länge erstaunlich ist.

Am 24. September lud der kanarische Städtebund Fecam zu einer Veranstaltung zu Ehren aller Bürgermeister mit 25 und mehr Amtsjahren ein. Die Hommage fand im Auditorio in Santa Cruz statt und versammelte eine große Zahl von Inselpolitikern verschiedenster Couleur.

Die zwölf Bürgermeister, die für ihre mehr als 25 Jahre im Dienst der Bürger ausgezeichnet wurden sind:

Severiano Luján, Bürgermeister von Artenara (Gran Canaria) von 1970 bis 1992 und von 1997 bis 2005; Leonardo Fajardo, Bürgermeister von Puntallana (La Palma) von 1972 bis 1983 und von 1987 bis 2007; Domingo Calzadilla, Bürgermeister von Arafo seit 1974 (2011 will er nicht mehr zur Wiederwahl antreten); Celestino Suárez, Ortsvorsteher von La  Aldea (Gran Canaria) von 1974 bis 2003; Pedro Nolasco, Bürgermeister von Fuencaliente (La Palma) zwischen 1979 und 2007; Paulino Rivero, Bürgermeister von El Sauzal (Teneriffa) von 1979 bis 2007; Esteban Bethencourt, Bürgermeister von Valle Gran Rey (La Gomera) von 1979 bis 2008; Aurelio Abreu, Stadtoberhaupt von Buenavista (Teneriffa) von 1983 bis 2008.

„Wir sind keine Götter, aber wir geben unser Bestes“

Zu den Geehrten zählten auch mehrere Bürgermeister, die heute noch im Amt sind: Macario Benítez, Bürgermeister von El Rosario (Teneriffa) seit 1983; Isaac Valencia, Bürgermeister von La Orotava (Teneriffa) seit 1983; Ignacio Rodríguez, Bürgermeister von La Matanza (Teneriffa) seit 1983.

Posthum wurde Fernando Luis González ausgezeichnet, der zwischen 1965 und 2003 Bürgermeister der Gemeinde Santa Ursula auf Teneriffa war.

Lázaro Brito, Bürgermeister von Barlovento und Präsident des Städtebundes, bedankte sich in seiner Ansprache bei den Geehrten für ihre „Beharrlichkeit“ und ihr „Verantwortungsbewusstsein“ und dafür, dass sie auf privater Ebene auf vieles verzichtet haben, um im Dienst der Gemeinde zu bleiben. Im Namen der Geehrten ergriff der älteste amtierende Bürgermeister, Isaac Valencia, das Wort. Nachdem er die Gelegenheit für einen Rückblick auf seine Amtszeit genutzt hatte, erklärte er, dass die Verantwortung des Bürgermeisters viel Für und Wider berge, es allerdings nichts Erfreulicheres gibt als die Zufriedenheit über eine gut getane Arbeit. Deshalb sei das beste Geschenk an einen Bürgermeister die Bestätigung durch die Wiederwahl. „Wir sind keine Götter, aber wir geben unser Bestes“, schloss Valencia ab.




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