Altavista-Schutzhütte wieder geöffnet


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Renovierungsarbeiten endlich abgeschlossen

Seit dem 1. Oktober können Wanderer, die den Teide besteigen wollen, wieder in der auf 3.270 Meter hoch gelegenen Schutzhütte „Refugio de Altavista“ am Aufstiegsweg zum Teide übernachten. Rund 10.000 Wanderer pro Jahr verbringen die Nacht im Refugio, bevor sie frühmorgens den beschwerlichen Aufstieg zum Gipfel antreten.

Den Sonnenaufgang von der Spitze des Pico del Teide, der mit 3.718 Metern höchste Punkt Spaniens, zu beobachten, gilt als unvergessliches Erlebnis mit einem einzigartigen Schauspiel aus Licht und Schatten. Der herrliche Ausblick auf die anderen Inseln und bei optimalen Bedingungen sogar bis an die afrikanische Küste entschädigt für den anstrengenden Aufstieg.

Die Herberge, 1892 auf Initiative eines englischen Reisenden erbaut, steht seit 1950 unter der Obhut der Inselregierung von Teneriffa und war zuletzt 1997 teilsaniert worden. Als wichtigster Teil der aufwändigen Modernisierungsarbeiten wurde eine neue Wasserleitung von der Bergstation der Seilbahn „Teleférico“ bis zur Schutzhütte verlegt, um die Wasserversorgung über das ganze Jahr hinweg sicherzustellen. Bisher wurde lediglich das Schmelzwasser der Schneefälle im Winter in einem Bassin gesammelt. Die Leitungen wurden zusammen mit einem modernen Glasfaserkabel unterirdisch entlang des 1,7 Kilometer langen Fußweges verlegt, der hinab zum Refugio führt. Am Gebäude wurden das komplette Dach neu gedeckt und die Wände mit einer neuen Isolierungsfarbe gestrichen, die den Witterungsbedingungen in dieser Höhe standhalten. Rund 100.000 Euro wurden in eine Solaranlage investiert, mit der die Energieversorgung und Heizung der Hütte unterstützt wird und der Betrieb des Dieselgenerators reduziert werden kann. Die drei modernisierten Schlafsäle bieten nun Platz für bis zu 60 Personen.

Die Bauarbeiten, die ursprünglich nur sechs Monate andauern sollten, hatten sich wegen der Witterungsbedingungen auf über ein Jahr verzögert.

Zur Wiedereröffnungsfeier luden Inselpräsident Ricardo Melchior und der Inselbeauftragte für Landschaft und Naturschutz, Jorge Bonnet, am 19. September zur „vielleicht höchsten Pressekonferenz des Landes“ auf die Schutzhütte ein, und zahlreiche Medienvertreter schnappten sich die Wanderschuhe, um sich persönlich von den Verbesserungen vor Ort zu überzeugen.

Melchior dankte dabei allen an den Arbeiten Beteiligten für ihr Engagement und wies auf die besonders schwierigen Umstände hin, die Bauarbeiten in dieser Höhe bedeuten. Der Cabildo-Präsident, der selbst schon mehrfach den Teide bestiegen und auch bereits im Refugio übernachtet hat, erinnerte sich – „wer einmal hier war, wird es sein Leben lang nicht vergessen – weder die Ruhe noch den einzigartigen Sternenhimmel“, so Melchior.

Eine Übernachtung im Refugio kostet nun 20 Euro (Bettwäsche inklusive) und muss im Voraus reserviert werden. Wer im Refugio übernachtet hat und frühmorgens zum  Gipfelkreuz aufsteigen will braucht dazu keine gesonderte Erlaubnis, die Reservierungsbestätigung für die Schutzhütte reicht aus. Bis 9 Uhr sollten diejenigen den Pfad zwischen Bergstation und Krater jedoch wieder verlassen haben. Dann kommen nämlich die ersten Kabinen des Teleférico und auch die Tagesausflügler treten den Aufstieg nach „ganz oben“ an. Dazu benötigen sie jedoch unbedingt eine vorab ausgestellte Genehmigung vom Nationalparkbüro in Santa Cruz, C/ Emilio Calzadilla, 5 – 4. Stock, geöffnet Mo.-Fr. 9 bis 14 Uhr. Ein Antragsformular und alle weiteren Informationen findet man auch im Internet unter www.telefericoteide.com




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