Air Berlin kritisiert Subventionspraxis der kanarischen Regierung


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Kapazität auf die Kanaren wird ausgebaut

Air Berlin hat die Subventionierung der Flughafengebühren seitens der kanarischen Regierung, durch die man eigentlich mehr Urlauber auf die Inseln bringen wollte, scharf kritisiert.

Pablo Caspers, stellvertretender Direktor von Air Berlin in Spanien und Portugal, sagte, das Vergabesystem sei völlig falsch gestaltet, da es keineswegs dazu führe, die Passagierzahlen zu erhöhen, sondern vielmehr einen unlauteren Wettbewerb zwischen den Fluggesellschaften entstehen ließe.

Caspers kritisierte anlässlich einer Pressekonferenz auf Teneriffa, dass die Regierung Subventionen an Airlines zahle, die neue Verbindungen auf bestehenden Routen schaffen, während Fluggesellschaften, die schon jahrelang zuverlässig dieselben Routen bedienen und bereits Millionen Passagiere auf die Inseln gebracht haben, komplett leer ausgingen. Die subventionierten Routen, die meist von sogenannten Billigfluglinien eingerichtet werden, würden, sobald die Bonifikationen wegfallen, oftmals wieder eingestellt, da sie ohne diese meist unrentabel seien.

„Viel effektiver sei es, Subventionen für die Schaffung von Routen zu Ländern oder Städten zu zahlen, die bisher keine direkten Flugverbindung auf die Kanaren hatten, denn nur so könnten neue Märkte erschlossen werden“, erklärte Caspers. Durch die bestehende Subventionspraxis könnte sogar der gegenteilige Effekt entstehen, also, dass sich die bisherigen Airlines von den betreffenden Routen zurückziehen, und dadurch die verbleibende Airline mangels Konkurrenz Druck auf das Zielgebiet ausüben könne.

Die Kritik zielt eindeutig in Richtung Billigflieger Ryan­air, der unter Inanspruchnahme von Subventionen viele neue Routen auf die Kanaren eingerichtet hat. „Dadurch kommen zwar Touristen auf die Inseln, die sich dieses Ziel früher nicht erlauben konnten. Doch diese Urlauber geben auch weniger Geld im Urlaubsgebiet aus und sie bleiben weg, sobald die billigen Verbindungen wieder eingestellt werden“, gab Caspers zu bedenken.

Mehr Plätze im Winter

Trotz allem hat Air Berlin die Kapazitäten auf die Kanarischen Inseln für die Wintersaison um über 20% auf insgesamt 1.557.588 Plätze erweitert.

Allein zum Flughafen Teneriffa-Süd richtet Air Berlin sieben neue Flüge von Berlin Tegel, Düsseldorf, Hamburg, Leipzig, Paderborn und Stuttgart ein; das Ticketangebot steigt um 24% auf rund 475.000 an.

Dabei gehen die Kontingente der Reiseveranstalter stetig zurück, weil immer mehr Urlauber ihr Ticket direkt bei der Airline buchen.

Auch das Platzangebot nach La Palma baut Air Berlin deutlich um 33,1% aus und fliegt einmal wöchentlich sogar mit einem Airbus 330 mit einer Kapazität von 387 Passagieren auf die Isla Bonita.




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