Adeje warnt vor neuer Touristen-Betrügermasche


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Besonders im Süden Teneriffas werden Urlauber vermehrt Opfer falscher Gewinnspiele

Die Gemeinde Adeje hat Mitte Januar vor einer neuen Betrügermasche gewarnt, die darauf abzielt, gutgläubige Touristen um ihr Geld zu bringen. Anscheinend sind in den letzten zwei Jahren immer mehr Betrugsfälle angezeigt worden, wo Urlauber auf offener Straße von angeblichen Vertretern von Reisebüros oder Immobilienfirmen angesprochen und mit falschen Versprechungen ge­lockt werden.

Die meisten dieser Fälle wurden im Süden Teneriffas beobachtet, doch auch der Rest der Insel sowie die Nachbarinseln seien vor diesen Betrügereien nicht gefeit, wird gewarnt.

Die Betrüger gehen dabei ähnlich wie bei der schon seit langem bekannten Timesharing-Masche vor. Meist älteren Urlaubern werden auf der Stra­ße von nett aussehenden jungen Leuten, die perfekt englisch und deutsch sprechen, Rubbellose angeboten.

Diese enthalten einen Gewinn (z.B. eine Pauschalreise oder ähnliches). Für die Formalitäten werden die glücklichen Gewinner in ein bestimmtes Büro gebeten. Dort treffen sie „zufälligerweise“ auf andere Gewinner, was ihr Vertrauen erweckt. Nun werden sie solange von den dortigen Mitarbeitern bearbeitet, bis sie bereit sind, ein Dokument zu unterschreiben, mit dem sie sich unter anderem zur Zahlung eines Geldbetrags verpflichten. Die Rede ist von Beträgen zwischen 2.000 und 3.000 Euro, in manchen Fällen seien jedoch sogar 8.000 Euro in die Taschen der Betrüger geflossen, heißt es.

Zu spät wird meist erst bemerkt, dass damit zwar Geld gezahlt, in keiner Weise aber etwas gewonnen wurde. Denn die vermeintlich gewonnene „Pauschalreise“ entpuppt sich als eine Art Preisnachlass für eine undefinierte Reise, wo weder Zeitpunkt noch Reiseziel in irgendeiner Weise erwähnt werden. Verbal wird den Opfern versprochen, dass sie ihr Geld nach drei Jahren zurückerhalten würden, wenn sie das Angebot nicht in Anspruch nehmen können. Dieses Versprechen wird aber nie eingehalten.

Ihren Gewinn können die Touristen dann ohnehin nie in Anspruch nehmen, da das angebliche Unternehmen sie entweder monatelang mit fadenscheinigen Ausreden hinhält, oder gleich verschwindet.

Die Gemeindeverwaltung Aronas hat zur Bekämpfung dieser Betrügermasche unter anderem den Straßenverkauf und die Ausübung ähnlicher Tätigkeiten, bei denen Touris­ten auf offener Straße „beläs­tigt und genötigt“ werden verboten. In Adeje ist ein ähnliches Verbot gerade in Arbeit.




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