Abkommen zur Restaurierung der El Robado-Ruine


© Moisés Pérez

Das historische Anwesen brannte im August 2008 komplett aus

Der Stadtrat von Puerto de la Cruz hat in einer seiner letzten Sitzungen einstimmig beschlossen, durch ein Abkommen mit dem Bauunternehmen Quintercon SL die Restaurierung des 2008 ausgebrannten Anwesens El Robado im Ortsteil San Fernando zu ermöglichen.

Das zum Kulturgut ernannte Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert fiel am 8. August vergangenen Jahres einem Brand zum Opfer, dessen Ursache bis heute unklar ist. Jahrelang war das Anwesen dem Verfall preisgegeben. Vor vier Jahren wurde es von dem Bauunternehmen Quintercon SL für angeblich 1,5 Millionen Euro erworben.

Nachdem bürokratische Hürden eine Restaurierung bislang verhinderten, hat sich der Stadtrat von Puerto nun dazu verpflichtet diese Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Eine teilweise Überarbeitung des städtischen Bebauungsplans PGO (Plan General de Ordenación) ist notwendig, um die Restaurierung in Angriff zu nehmen. Diese Überarbeitung soll nun so schnell wie möglich erfolgen. Im Gegenzug verpflichtet sich Quintercon SL, den Wiederaufbau und die Restaurierung des Gebäudes zu übernehmen sowie der Gemeinde Räumlichkeiten in einem der neu geplanten Gebäude zu überlassen. Offenbar soll die historische Villa auf dem 17.000 qm großen Grundstück nicht allein bleiben.

Wie die Stadt mitteilte, ist im Zuge der Restaurierung der Hacienda El Robado auch die Verbesserung der Zufahrt nach San Fernando und die Schaffung von neuen Parkplätzen vorgesehen.

Das zwischen 1893 und 1896 von dem britischen Oberst Owen Peel Wethered erbaute Landgut wurde von der kanarischen Regierung 1996 zum Kulturgut erhoben. Es galt als eines der schönsten Beispiele des englischen Kolonialstils auf der Insel. Im Laufe der Jahre verfiel das verlassene Gebäude trotz des ihm zugewiesenen historischen und architektonischen Wertes zusehends.

Haus samt Grundstück (17.000 qm) wurden vor vier Jahren vom Bauunternehmen Quintercon SL für 1,5 Mio. Euro erworben. Der Geschäftsführer der Baugesellschaft war im August 2008 während der Lösch­arbeiten vor Ort und bestätigte damals, dass das Gebäude durch die Erklärung zum Kulturgut „unantastbar“ geworden war, weshalb es bis zu diesem Zeitpunkt nie zu einer Restaurierung gekommen war. Ein Bauvorhaben erforderte nicht nur die Genehmigung der Inselkommission für historisches Erbe, sondern auch die Zustimmung des Cabildos. Dies gab Anlass zu Spekulationen über eine vorsätzliche Brandlegung.




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