48 Wasserstollen weiter ungesichert


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Eigentümer nicht auffindbar

Im Zuge der Absicherung stillgelegter Galerías und Gruben konnte das Wasserwirtschaftsamt der Insel die Eigentümer von 48 Stollen nicht ausfindig machen, so dass deren Absicherung noch ungewiss ist.

Das der Inselregierung unterstehende Amt verschickte Briefe an alle Eigentümer von weniger oder sehr gefährlich eingestufter unterirdischer Wassersysteme mit der Aufforderung, die Sicherheit der Stollen dem neuesten Stand der Vorgaben anzupassen. So sieht das nach dem schweren Grubenunglück 2007 erlassene Dekret 232/2008 die Schließung und Ausschilderung aller aufgegebener und für Menschen gefährlicher Wasserstollen vor. Da jedoch 48 der von der Behörde angeschriebenen Eigentümer nicht reagierten, wurden nun die Aufforderungen in den entsprechenden Rathäusern ausgehängt und in dem offiziellen Mitteilungsblatt der Kanarischen Inseln BOC publiziert.

Zwar ist das Wasserwirtschaftsamt befugt, die nötigen Absicherungsmaßnahmen selbst durchzuführen, doch fehlt es an finanziellen Mitteln und Personal.

Das kanarische Dekret 232/2008

Das im Jahr 2008 erlassene kanarische Dekret 232/2008 verfügte eine Inventur aller Wasserstollen und Wassergruben auf den Kanarischen Inseln, deren Gefahreneinstufung und, falls erforderlich, Absperrung und Beschilderung. Insgesamt wurden 1.114 Stollen und 397 Gruben gezählt und die Sicherungsmaßnahmen eingeleitet, um eine Wiederholung des Unglücks von „Piedra de los Cochinos“ zu verhindern.

Das Unglück von „Piedra de los Cochinos“

Am 10. Februar 2007 begaben sich 29 Studenten und Forscher aus dem Astrophysikalischen Institut der Kanaren auf eine vom Naturfreundeverband ATAN organisierte Wanderung bei Los Silos. Auf der Suche nach einer Höhle, verirrten sich die Wanderer und drangen in den stillgelegten Wasserstollen „Piedra de los Cochinos“ ein, der weder abgeriegelt noch gekennzeichnet war. Aufgrund der sich in der Grube befindlichen Gase und dem fehlenden Sauerstoffgehalt erstickten sechs junge Menschen.




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