400 Euro Bußgeld für Wildcamper in Las Teresitas

Wohnwagen auf der Rückseite des Parkplatzes am Strand Las Teresitas Foto: Moisés Pérez

Wohnwagen auf der Rückseite des Parkplatzes am Strand Las Teresitas Foto: Moisés Pérez

Anfang des Jahres wurden innerhalb einer Woche mehr als 60 Wohnwagen-Dauerparker angezeigt

Teneriffa – Wildes Campen ist auch auf den Kanarischen Inseln verboten. In den letzten Jahren hat sich allerdings eine Zunahme an kleinen Campingbussen bemerkbar gemacht, mit denen bisweilen ganze Familien die Wochenenden verbringen, und dies oft an Orten, die nicht zum Campen gedacht sind. Besonders beliebt ist der Strand Almáciga in Anaga, wo die Polizei bereits im vergangenen Sommer gegen Wohnwagen-Dauerparker vorgehen musste. Aber auch am näher beim Stadtzentrum gelegenen Strand Las Teresitas parken immer wieder Campingbusse und ausgebaute Transporter.

Nun ist bekannt geworden, dass gegen mehr als 60 Besitzer solcher Fahrzeuge wegen wilden Campens eine Strafe in Höhe von 400 Euro verhängt wurde.

Zwischen dem 7. und dem 15. Februar wurden von der Ortspolizei von Santa Cruz de Tenerife 60 Strafzettel ausgestellt und entsprechende Anzeigen gegen die Fahrzeugbesitzer erstattet. 31 Campingwagen parkten am Strand Las Teresitas und 29 weitere auf dem öffentlichen Parkplatz beim Palmengarten Palmetum, in der Nähe des Auditorio.

Die Stadtverwaltung Santa Cruz de Tenerife wies erneut auf das Campingverbot hin und dass Camping und Zelten nur auf ausgewiesenen Campingplätzen erlaubt ist. Das Parken eines Fahrzeugs über einen Zeitraum von mehr als 48 Stunden ist weder an den Stränden noch im Stadtgebiet zulässig. Zuwiderhandlung zieht nicht nur eine Strafe der örtlichen Polizei nach sich, sondern kann auch eine Anzeige beim spanischen Küstenamt zur Folge haben.
Campingfreunde auf Teneriffa haben in den vergangenen Jahren immer wieder beklagt, dass es nicht genügend ausgewiesene Plätze für Wohnwagen gibt.

Inselverwaltung fasst das Problem fehlender Camping-Infrastruktur ins Auge

Wie die Leiterin des Umweltamtes von Teneriffas Inselverwaltung, Isabel García, der Lokalpresse gegenüber bestätigte, wurde dieses Problem erkannt. Über ihr Amt habe die Suche nach Grundstücken begonnen, die als Camping-Zonen ausgestattet werden könnten, erklärte sie. Eine besonders große Nachfrage gebe es für Gebiete in Strandnähe, weshalb sich die Suche auf Küstengebiete im Süden der Insel konzentriere. Ziel des Cabildos sei die Einrichtung von Campingplätzen mit Toiletten und Duschen, Schattenbereichen und Entsorgungsstationen für Abwasser von Camping-Toiletten.

„Während der Osterferien haben wir erneut gesehen, wie unsere Strände und Wanderwege intensiv genutzt wurden, und auch, wie Camper manchmal an nicht dafür vorgesehenen Plätzen ihre Wohnwagen abgestellt haben“, erklärte Isabel García der Zeitung „Diario de Avisos“ gegenüber. Dort, wo es nicht zu gravierenden Verstößen gekommen sei, habe man ein Auge zugedrückt, fügte sie hinzu. Es sei jedoch dringend nötig, Maßnahmen zu ergreifen, um sich den Herausforderungen dieses neu in Mode gekommenen Tourismusmodells zu stellen, räumte sie ein. Die Inselverwaltung stehe diesbezüglich auch im Austausch mit Camping-Verbänden. Allerdings sei auch bei einigen Campern ein Umdenken erforderlich, gab Isabel García zu bedenken. Es müsse, wie auch anderswo in Europa, akzeptiert werden, dass die Nutzung von Campingplätzen nicht umsonst sein kann. Als Beispiel führte sie den Campingplatz Montaña Roja bei El Médano an, auf dem es oft freie Plätze gibt, weil sie kostenpflichtig sind, während ganz in der Nähe wild gecampt wird.

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