40 Jahre Liebe zur Natur


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Loro Parque feiert vier erfolgreiche Jahrzehnte

Nachhaltigkeit, Beständigkeit, hohe Qualitätsansprüche, Fleiß, Liebe zur Natur und eine ordentliche Portion Unternehmergeist haben den Loro Parque in den letzten 40 Jahren von 13.000 auf 135.000 Quadratmeter wachsen lassen, und den Tierpark mit mehr als 43 Millionen Besuchern seit seiner Eröffnung zu einem der stärksten Touristenmagneten der Kanaren gemacht.

Der 17. Dezember ist für Wolfgang Kiessling ein magisches Datum. An diesem Tag, vor genau 40 Jahren, öffnete der Loro Parque zum ersten Mal seine Tore. Und auch in der Folgezeit wählte er fast immer dieses Datum, wenn es galt, eine neue Attraktion einzuweihen. Dieses Jahr wurde besonders groß gefeiert. Am 17. Dezember kamen zahlreiche Ehrengäste aus dem öffentlichen Leben der Insel zusammen mit vielen Freunden und Bekannten zur „Big Party“ anlässlich des 40. Jubiläums.

Was Rang und Namen hat in Politik und Gesellschaft der Insel war gekommen, um mitzufeiern. Über 2.000 Gäste, allen voran Kanarenpräsident Paulino Rivero, Cabildo-Präsident Ricardo Melchior, die Regierungsvertreterin María del Carmen Hernández und Bischof Bernardo Álvarez nahmen Platz in Orca Ocean.

Rivero unterstrich in seiner Ansprache den enormen Beitrag, den Wolfgang Kiessling durch sein Unternehmen zur Entwicklung der Insel geleistet habe. „Wir Canarios sind ihm viel schuldig“, erklärte der Präsident und fügte hinzu, dass es heute schwer sei, sich die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Puerto de la Cruz ohne den Loro Parque vorzustellen.

Wolfgang Kiessling bedankte sich in seiner Rede bei allen Freunden und Unterstützern sowie bei seiner Frau und seinem Sohn. Eine bunte Licht- und Tonshow mit Einlagen von Akrobaten und Tänzern und eine spektakuläre neue Orca Show rundeten den offiziellen Teil des Festes ab. 

Die Anfänge des Paradieses

40 Jahre Unternehmensgeschichte können unmöglich Platz auf so wenig Raum finden. Dennoch sollten die wichtigsten Ereignisse und Highlights in der Entwicklung des Loro Parque hier nicht unerwähnt bleiben.

Nicht zweimal hatte Wolfgang Kiessling damals, vor mehr als 40 Jahren, überlegt. Er wollte mit seiner Familie nach Teneriffa, ins Paradies. Was er dort allerdings für ein Unternehmen aufziehen sollte-wollte, darüber hat er dann doch lange und intensiv nachgedacht. Hat viele Gespräche mit seinem Vater geführt, „der beste Berater, den ich je hatte“. Vater Kiessling riet seinem Sohn damals dringend von den Plänen für einen Safari-Park auf Teneriffa ab, mit denen dieser zunächst liebäugelte. Aber es sollte unbedingt etwas mit Tieren sein. So riet der Vater seinem Sohn, lieber etwas mit Papageien aufzuziehen. Sein Spruch „Die fressen täglich nur eine Handvoll Körner und werden 100 Jahre alt“ ist inzwischen im Loro Parque zum geflügelten Wort geworden. Heute beherbergt der Park die weltgrößte Papageiensammlung – fast 4.000 Exemplare 350 verschiedener Arten!

Die Erfolgsgeschichte beginnt am 17. Dezember 1972. Ein wolkenverhangener Himmel verhieß an diesem Tag, an dem Kiessling erstmals die Tore zu seinem damals 13.000 qm großen Loro Parque öffnete, wo 150 Papageien zu besichtigen waren, nichts Gutes. „Es regnete in Strömen“, erinnert er sich, „und kein Mensch kam. Wir schlossen den Park am ersten Tag, ohne eine einzige Pesete eingenommen zu haben.“

Doch am nächsten Tag herrschte schon strahlender Sonnenschein, und das Blatt wendete sich schnell. Allerdings nicht von allein. Schon damals zeigte sich die unternehmerische Kompetenz von Wolfgang Kiessling, der sich mit dem Erreichten nicht zufrieden gab. Etwas Einmaliges in Europa musste her.

So wurde der Amerikaner Greg Fletcher verpflichtet, die Papageien-Show aufzubauen. Die Besucher waren fasziniert: So etwas hatten sie noch nie gesehen. Damals fand die Show in der Cafetería des Parks statt, wo auch bald der berühmte „Loro Parque-Cocktail“ angeboten wurde.

Dort, wo heute die Flamingo-Wiese ist, waren früher drei Tennisplätze. Gleich nebenan, wo sich heute das Grill-Restaurant befindet, ein Cricket-Feld. Auf dem mit einem Mietkaufvertrag erworbenen Grund­stück stand ein großes Haus, eine herrschaftliche Villa in kanarischem Baustil. 1974 wurde dieses Gebäude zu einem Luxus-Hotel umgebaut. Das Hotel Loro Parque war umgeben von einem herrlichen Park und gab den Besuchern die Möglichkeit, ein unvergessliches Ferienerlebnis inmitten der Natur zu genießen. Das Hotel Loro Parque war mit sechs Zimmern übrigens das kleinste in ganz Spanien, und mit fünf Sternen gleichzeitig eines der luxuriösesten. Ebenso beherbergte es ein kleines französisches Gourmet-Restaurant: „La Cuisine Française“. Bald erlangte das Hotel weltweit den Ruf, ein kleines Paradies zu sein.

Der Loro Parque wuchs von Jahr zu Jahr weiter und wurde in und außerhalb von Spanien immer bekannter. Die 13.000 qm Grund reichten allmählich nicht mehr aus, und so wurde ein Nachbargrundstück dazugekauft.

1982 wurde der „Schwarze Kontinent“ auf einem 30.000 qm großen Grundstück fertiggestellt, das extra zu diesem Zweck gekauft worden war. In dieser Zeit rief der Bürgermeister von Puerto de la Cruz im Loro Parque an. Er war in großer Sorge über das Schicksal von fünf oder sechs Schimpansen, die in der Polizeiwache untergebracht waren, und bat den Loro Parque, sich der Primaten anzunehmen. Immerhin war dieser die einzige zoologische Einrichtung im ganzen Orotavatal. Es handelte sich um zu groß gewordene Tiere der Straßenfotografen, die damals – heute unvorstellbar – mit Tiger-, Löwen- und Schimpansenbabies auf Kundenfang gingen. Loro Parque baute eine geräumige Anlage für die Schimpansen, und bald wurden diese Tiere eine neue Attraktion. Dies kann als Wendepunkt in der Geschichte des Loro Parque bezeichnet werden. Das gute Werk bescherte Wolfgang Kiessling eine neue Perspektive, nämlich den Wunsch, nicht mehr nur Papageien, sondern auch andere Tiere in den Park aufzunehmen.

1984 begann der Bau dessen, was einmal das größte Delfinarium Euro-pas werden sollte. Gleichzeitig erwarb Loro Parque sechs Delfine, die in Key Largo (Florida, USA) trainiert worden waren. Im selben Jahr wurden schließlich weitere 65.000 qm Grund zur Vergrößerung des Parks dazugekauft. Am 24. September 1987 konnte das Delfinarium eingeweiht werden. Gleichzeitig begann Loro Parque mit der Finanzierung eines Projektes zur Erhaltung zweier endemischer Amazonenarten auf der Insel Dominica (Kleine Antillen) und legte damit den Grundstein für die zukünftige Entwicklung der Loro Parque Stiftung.

Im November 1989 wurde das Orchideenhaus eingeweiht, im Dezember 1990 der Afrikanische Markt. Im Oktober 1991 wurde die Tigerinsel eröffnet. 1992 wurde anlässlich des 20. Geburtstages die Parkfläche noch einmal vergrößert und wuchs damit auf das Doppelte an. Als neue Attraktionen kamen der Haifischtunnel, die Seelöwenanlage mit Show und das Gorilla-Gehege hinzu.

1993 stattete Ihre Königliche Majestät Prinzessin Galyani Vadhana von Thailand Puerto de la Cruz einen Besuch ab und weihte offiziell das thai­ländische Dorf ein, das ihren Namen trägt und das größte thailändische Bauwerk außerhalb Thailands darstellt.

Umweltschutz-Meilenstein

Im Dezember 1994 wurde die Loro Parque Fundación – die Stiftung – ins Leben gerufen und im Ministerium für Erziehung und Wissenschaft als Institution ohne Gewinnstreben registriert. Nachdem alle legalen Formalitäten erledigt waren, spendete Loro Parque die gesamte Papageienkollektion der Stiftung. In zahlreichen Ländern der Welt setzt die Stiftung die verschiedensten Programme um, die zur Erhaltung der Artenvielfalt, Umwelterziehung der lokalen Bevölkerung und Forschung beitragen. Über die Jahre hat die Loro Parque Stiftung 85 Projekte in fünf Kontinenten mit über 10 Millionen US Dollar unterstützt. Im Januar 1996 besuchte Königin Sirikit von Thailand den Loro Parque. Die Königin wurde Ehrenmitglied der Loro Parque Fundación.

1996 entstand das Gebäude Naturavisión, ein runder, mit Spiegeln verkleideter Kuppelbau. Zwei Jahre später wurde mit dem Bau dessen, was ein Jahr später dem Publikum als das größte Pinguinarium der Welt – Planet Penguin – vorgestellt werden sollte, begonnen. Das spektakuläre Antarktis-Habitat der Königspinguine wurde am 17. Dezember 1999 offiziell mit einer großen Feier eingeweiht.

Natürlich passierte in den dazwischenliegenden acht Jahren auch so einiges, doch den nächsten Meilenstein seiner Geschichte erreichte der Loro Parque am 17. Februar 2006 mit der Eröffnung von Orca Ocean, der bis heute größten Attraktion des Parks. Über 2000 geladene Gäste, darunter viel Prominenz aus Politik und Gesellschaft, kamen zur Premiere in die riesengroße neue Anlage, wo seither vier aus den USA eingeflogene Schwertwale das Publikum begeistern. Mit einer Kapazität von 22 Millionen Litern kontinuierlich gereinigten und gekühlten Meerwassers, das in einer Tiefe von 65 Metern direkt dem Atlantischen Ozean entnommen wird, zählt Orca Ocean zu den größten Anlagen dieser Art, die jemals gebaut wur­den. Mit den Jahren bekam die Schwertwalfamilie des Loro Parque noch Nachwuchs. Am 12. Oktober 2010 brachte Orca-Weibchen Kohana nach einer Tragzeit von 17 Monaten ihr erstes Kalb zur Welt, das auf den Namen Adán getauft wurde. Im August 2012 wurde Schwesterchen Vicky geboren. Seit Dezember 2011 ist Orca Ocean auch das Zuhause von Morgan, einem Orca-Mädchen, das im Sommer 2010 vor der westfriesischen Insel Ameland (Niederlande) völlig ausgehungert und geschwächt gefunden und gerettet worden war und später auf richterliche Anordnung in den Loro Parque gebracht wurde.

In den folgenden Jahren gab es immer wieder Neuzugänge und überraschende Attraktionen. So wurde 2009 die imposante Freiflugvoliere „Katandra Treetops“ eröffnet, mit der Kiessling wieder einmal neue Maßstäbe setzte. Die Voliere, durch die Besucher einen Spaziergang unternehmen können, hat ein Volumen von mehr als 17.000 Kubikmetern und 3.000 Quadratmetern Fläche und ist somit in etwa so groß wie der Pariser Opernsaal. 

Im April diese Jahres kehrte Wolfgang Kiessling mit der Eröffnung der aufwendig renovierten Loro Show ganz bewusst zu den Wurzeln zurück. Die Papageienshow rückt zum 40. Jubiläum die Tiere in den Fokus, die dem Loro Parque seinen Namen gaben und ihn weltberühmt machten.

Das Prinzip der ständigen Verbesserung und Erneuerung setzt Kiessling auch nach 40 Jahren weiter um. Die letzte Neueröffnung liegt erst einige Wochen zurück. Am 14. November wurde ein großzügiges Gehege eingeweiht, dessen Bewohner – ein Ameisenbären-Paar und zwei Wasserschweine – eine ulkige „Patchwork“-Familie bilden.




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