25.000 Menschen sind auf Lebensmittelhilfe angewiesen


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Teneriffas Lebensmittelbank kooperiert mit 127 Einrichtungen, die Bedürftige versorgen

Passend zum Welternährungstag am 16. Oktober fand einen Tag zuvor im Cabildo von Teneriffa eine Pressekonferenz statt, in der das Inselsozialamt über Sprecherin Cristina Valido den Aufruf an die Bevölkerung richtete, die Lebensmittelbank zu unterstützen.

Die Einrichtung „Banco de Alimentos de Tenerife“ versorgt derzeit laut ihrem Vorsitzenden, Hernán Cerón, 25.000 Personen auf der Insel mit Lebensmitteln.

Valido appellierte an die Öffentlichkeit, die Solidarität im Kampf gegen Hunger, Mangelernährung und Armut zu verstärken. Die Kürzung der Lebensmittelhilfe vonseiten der EU um die Hälfte mache einen stärkeren Einsatz der hiesigen Gesellschaft notwendig, um die Lebensmittelbank mit Grundnahrungsmitteln für Notleidende zu versorgen. „So schlecht die Dinge auch stehen mögen, es gibt immer noch viele Menschen, die helfen können“, mahnte Valido.

Hernán Cerón hatte zur Bekräftigung der immer dramatischer werdenden Lage erschreckende Zahlen parat: Seit Beginn der Krise habe sich die Zahl der Spanier, die Hilfe benötigen, quasi verdoppelt. Die Lebensmittelbanken hätten 2007 noch etwa 800.000 Menschen mit dem Nötigsten versorgt; 2012 ist deren Zahl auf 1,4 Millionen angestiegen. Deshalb, so Cerón, werde die finanzielle Dotierung des Prinz-von-Asturien-Preises für Eintracht, der dieses Jahr an den spanischen Dachverband der Lebensmittelbanken geht, direkt in den Kauf von Lebensmitteln fließen.

Die Lebensmittelbank von Teneriffa verfügt über ein 500 Quadratmeter großes Lagerhaus, das dank der Lebensmittellieferungen von der EU meist gut gefüllt ist. Allerdings zwingt die Kürzung dieser Lieferungen um 50% und die wenig erfreuliche Aussicht auf weitere Kürzungen bis hin zur kompletten Einstellung im Jahr 2014 zur Suche nach alternativen Einnahmequellen. Hierfür wurden bereits Gespräche mit verschiedenen Unternehmen und Lieferanten im Lebensmittelsektor geführt, die ausnahmslos positiv verlaufen seien, berichtete Hernán Cerón. Die Bereitschaft sei riesengroß.

Seit der Gründung der Lebensmittelbank von Teneriffa im Jahr 2006 ist nicht nur die Zahl der Hilfesuchenden in die Höhe geschossen, auch das Profil der Hilfsbedürftigen hat sich enorm verändert. Während früher vorwiegend ältere Menschen betreut wurden, sind heute durch die hohe Arbeitslosenquote viele Ehepaare mit Kindern betroffen und auf die Hilfe der Lebensmittelbank angewiesen.

Die Lebensmittelbank von Teneriffa kooperiert mit 127 Stellen auf der Insel, über die die Hilfe verteilt wird. Die Statistik zeigt den starken Anstieg der sozialen Not auf der Insel: 2010 unterstützte die „Banco de Alimentos de Tenerife“ noch knapp 13.800 Personen, 2011 erhöhte sich deren Zahl auf 20.770. 2012 beläuft sich die Zahl der Bedürftigen noch vor Jahresende bereits auf über 25.000 – Tendenz steigend.

Spendenaufruf „Operación Kilo“

Auch das Cabildo will sich für die Lebensmittelbank verstärkt einsetzen und unterstützt die „Operación Kilo“. Am Freitag, dem 9. und Samstag, dem 10. November wird von 9.00 bis 21.00 Uhr in den Einkaufszentren Centro Comercial Añaza und Centro Comercial Meridiano eine Lebensmittelsammlung durchgeführt. Bei dieser Aktion sollen möglichst viele haltbare Grundnahrungsmittel für Bedürftige zusammenkommen. Die freiwilligen Mitarbeiter der Lebensmittelbank werden einen Stand außerhalb des Kassenbereichs einrichten, an dem die Spenden abgegeben werden können.

Wer sich ständig engagieren möchte, kann über die Website www.bancoalimentostfe.org ein Formular für einen monatlichen Beitrag ab 5 Euro ausfüllen.




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