15.000 fordern einen Hafen für das Herz des Nordens


© Moisés Pérez

Große Demonstration in Puerto de la Cruz

Mehr als 15.000 friedliche Demonstranten, 20.000 laut den Veranstaltern, kamen am 30. Oktober vor dem Rathaus von Puerto de la Cruz zu einer Kundgebung zusammen, um die Umsetzung des Hafenprojektes zu fordern. Noch nie zuvor hatten in Puerto de la Cruz so viele Menschen auf der Straße demonstriert.

Dazu aufgerufen hatte die neu gegründete Bürgervereinigung „Plataforma del Norte“, die unabhängig von politischen Einflüssen mit der Zielsetzung gegründet wurde, die Stadt voranzubringen und von den zuständigen Behörden die Investitionen zu fordern, die Puerto de la Cruz dafür benötigt. Francisco Acevedo, der an der Spitze dieser Bewegung steht, sprach in einem Manifest, das er auf dem Rathausplatz verlas, von der Notwendigkeit der dringenden Umsetzung eines Hafenprojektes, „das Anleger für Fischerboote ebenso wie für Kreuzfahrtschiffe bietet“ und bedauerte die Vernachlässigung des Landkreises, „der jeden Tag mehr stirbt“.

Der neue Sport- und Fischerhafen in Puerto de la Cruz ist fast schon eine historische Forderung der Stadt. Ein Projekt gibt es seit vielen Jahren, doch die Realisierung rückte nie in greifbare Nähe. Nun ist es den Politikern, aber vor allem den Bürgern zu bunt geworden. Die vielen Menschen, die am letzten Samstag im Oktober auf der Plaza de Europa für den Hafenbau demonstrierten, wollen nicht mehr untätig zusehen, wie die wirtschaftliche Aktivität in der Stadt und ihrer unmittelbaren Umgebung immer mehr nachlässt. Sie wollen das Augenmerk auf die Bedürfnisse dieses Gebietes lenken, weil sie sich von den Inselbehörden und der Regierung im Stich gelassen und im Vergleich zum Süden der Insel vernachlässigt fühlen.

An der Kundgebung nahmen nicht nur Bürger jeglichen Alters, sondern auch der Großteil der Politszene im Norden Teneriffas teil. Puertos Bürgermeister Marcos Brito (CC) wurde von seinen Amtskollegen aus La Orotava, La Victoria, La Matanza, El Sauzal, Los Realejos und Santa Úrsula unterstützt, die alle ebenfalls großes Interesse am Ausbau des Hafengebiets haben. In diesem Sinne argumentierte Los Realejos’ Bürgermeister Manuel Domínguez (PP):  „Heute hat der Norden sich vereint zu Wort gemeldet. Unabhängig von der politischen Ausrichtung ist heute deutlich geworden, dass Puerto de la Cruz das Herz des Nordens ist. Der Hafen von Puerto muss der erste Stein für die Wiederbelebung des ganzen Nordens sein.“ La Matanzas Bürgermeister Ignacio Rodríguez (PSC-PSOE) schloss sich dieser Meinung mit der Äußerung an: „Jetzt ist der Moment, um die Infrastrukturen zu schaffen, die der Norden braucht, und um das Ungleichgewicht bei den Investitionen auf der Insel zu reduzieren, das seit 25 Jahren besteht.“ Auch Puertos Ex-Bürgermeisterin Lola Padrón (PSC-PSOE) und Tacorontes Ex-Bürgermeister Hermógenes Pérez kamen.

Bei der friedlichen Demonstration ging es neben der Hauptforderung Hafenbau auch um die Verlängerung der Öffnungszeiten des Nordflughafens ­– verlangt wird ein 24 Stunden-Betrieb – und die Wiedereröffnung des Taoro-Gebäudes als Hotel. Die meisten Transparente und Spruchbänder der Demonstranten trugen jedoch Slogans, die mit dem Hafenbau zusammenhängen.

Die kanarische Regierung hatte noch vor der Kundgebung wissen lassen, dass das Projekt weiter angestrebt wird und die Einwände des spanischen Umweltministeriums ein Grund für die Verzögerung der Umsetzung seien. Juan José Martínez, Leiter des Bereichs Häfen bei der Regionalregierung, räumte ein, dass es noch kein Finanzierungsmodell für die 160 Millionen Euro gebe, die der Hafenbau kosten würde.




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