100.000 Kiefern zu verschenken


© Moisés Pérez

Das Sturmschaden-Holz kann gratis abgeholt werden

Der Sturm, der am 27. Februar über Teneriffa hinwegfegte, hat enorme Schäden hinterlassen. Unter anderem sind 150 bis 200 Hektar Kiefernbestand in den Wäldern zerstört worden.

Der Orkan hat regelrechte Schneisen in den Wald geschlagen und teils entwurzelte, teils wie Zahnstocher geknickte Kiefern hinterlassen. Besonders wüst sieht es in den Bergen von La Orotava beim Mirador de Mataznos und La Bermeja aus. Die umgestürzten Bäume, die während des Unwetters die Cañadas-Straße blockierten, sind zwar längst aus dem Weg geräumt, doch liegen nach wie vor tausende geknickter Bäume im Wald. La Orotavas Bürgermeister Isaac Valencia kalkuliert, dass allein der Abtransport rund zwei Millionen Euro kosten wird.

Um nun weitere Kosten für die Lagerung der Unmengen Holz zu vermeiden, hat der Bürgermeister verfügt, dass das Holz an jeden verschenkt wird, der es haben will. Es muss lediglich abgeholt werden. Zu diesem Zweck wird ein Sammellager in der Nähe des Mirador de Mataznos eingerichtet. Valencia: „Da kann sich jeder so viel Holz abholen, wie er haben will, um dann Kaminholz oder Zäune oder sonstwas draus zu machen. Uns ist egal, ob sich da einer vier Stämme oder einen ganzen Lastwagen voll abholt.“

Wer sich für seinen Kamin Feuerholz besorgen möchte, muss zunächst beim Rathaus von La Orotava im Amt „departamento de patrimonio“ einen entsprechenden Antrag ausfüllen und erhält dann genaue Anweisungen, wann und wo er das Holz abholen kann. Es gilt zu beachten, dass es sich nicht um stapelbare Holzscheite handelt, sondern um größere Stücke von Baumstämmen, die man sich selbst zur passenden Größe zerkleinern muss. Es wird also empfohlen, entsprechendes Werkzeug mitzubringen.

Ausländische Kiefern

Es handelt sich übrigens nicht um die endemische kanarische Kiefer, sondern um die sogenannte kalifornische Kiefer, mit der zu Francos Zeiten zur Holzgewinnung aufgeforstet wurde. Der Umweltbeauftragte im Cabildo, Wladimiro Rodríguez: „Die Natur hat uns hier wieder einmal eine Lehre erteilt. Was einst als Geschäft gedacht war, ist heute zu einem Öko-Desaster geworden. 98% der vom Sturm geknickten Kiefern sind Fremdspezies. Unsere kanarische Kiefer hat dem Sturm perfekt trotzen können. Sie kann auch dem Feuer widerstehen und große Trockenheit aushalten. Das zeigt uns wieder einmal, dass wir die einheimischen Spezies pflegen müssen.“

So soll dann auch die Aufforstung mit kanarischer Kiefer erfolgen. Doch Rodríguez sieht mit Sorge auf den kommenden Sommer: „Wo der Wald entlang der Straße weggebrochen ist, wird es unglaublich trocken werden. Das brennt wie Zunder.“




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