Russland bevorzugt die kanarische Achse


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Botschafter Kuznetsow: „Wir werden zwei Konsulate auf den Kanaren eröffnen“

Die russische Regierung denkt daran, die Kanarischen Inseln in ihrem Plan zum weiteren Ausbau der diplomatischen Beziehungen zu bevorzugen. Das erklärte der russische Botschafter in Spanien, als er kürzlich die Kanarisch-Russische Handelskammer in Las Palmas de Gran Canaria eröffnete.

Moskau möchte die engen Beziehungen wieder aufnehmen, die seinerzeit zwischen den Kanaren und der ehemaligen Union der Sowjetischen Republiken herrschten.

Die UDSSR fiel kurz nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 auseinander. Der Abschied der Russen von den Kanaren war danach nur eine Frage der Zeit. Anfang der neunziger Jahre verließ die riesige russische Fischfangflotte ihre Basis im Hafen La Luz von Las Palmas. Mit dieser Entscheidung beendete der Kreml nach mehr als drei Jahrzehnten ihre Präsenz auf den Inseln unter der Leitung der spanisch-russischen Handelsgesellschaft Sovhispan.

Es mussten mehr als 15 Jahre ins Land gehen, bis man in Las Palmas beschloss, die verlorene Zeit in den Beziehungen mit Russland aufzuholen und neue Handelsbeziehungen anzustreben. Die Initiative ging auf privater Basis von einer Gruppe von Unternehmern der Insel Gran Canaria aus, die großes Interesse daran hat, Handelsbeziehungen mit einem Staat aufzunehmen dessen Wirtschaft seit 2000 Jahr für Jahr um durchschnittlich sieben Prozent wächst.

Die Schaffung der Kanarisch-Russischen Handelskammer kam in diesem Jahr aufgrund der Bemühungen von Juan Hernández und Gonzalo Parada zustande, zwei Tourismus-Unternehmer, die enge Beziehungen zu russischen Reiseveranstaltern unterhalten. Das Kammerprojekt interessierte die Moskauer Regierung so sehr, dass sie ihren Botschafter in Madrid, Alexander Kuznetsow zur Eröffnung nach Las Palmas entsandte.

Der russische Diplomat unterstrich bei seiner Ansprache, dass den Kanarischen Inseln bei den Bemühungen Russlands, die Beziehungen mit der EU zu vertiefen, eine besondere Stellung zukomme, „… denn Spanien ist ein zuverlässiger Freund…“.

„Die Verantwortlichen der Handelskammer streben alle Arten von Brücken an – wirtschaftliche, soziale und kulturelle“, ließ Juan Hernández wissen, ein Tourismus-Experte, der mehr als zehn Jahre in Georgien lebte, nachdem er zuvor in verschiedenen afrikanischen Ländern tätig war.

Die Handelskammer strebt zunächst touristische Ziele an, sprich russische Besucher für Gran Canaria zu gewinnen. Die rund 75.000 Russen, die alljährlich auf die Kanaren kommen, besuchen bislang ausschließlich die Insel Teneriffa.





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