Regierung beziffert Schaden auf 983 Millionen Euro

Der kanarische Vizepräsident und Leiter des regionalen Finanzressorts, Román Rodríguez, musste einräumen, dass die Mittel aus dem EU-Fonds nur „ein kleiner Beitrag“ sein werden. Foto: EFE

Der kanarische Vizepräsident und Leiter des regionalen Finanzressorts, Román Rodríguez, musste einräumen, dass die Mittel aus dem EU-Fonds nur „ein kleiner Beitrag“ sein werden. Foto: EFE

Im besten Falle könnten aus dem Solidaritätsfonds der Europäischen Union 24 Millionen Euro nach La Palma fließen

La Palma – Fast eine Milliarde Euro, so hoch schätzt das Finanzressort der kanarischen Regierung den Schaden, der auf La Palma durch den Vulkanausbruch im vergangenen Jahr entstanden ist. Ressortleiter und Regierungsvizepräsident Román Rodríguez teilte mit, dass die aktualisierte Schadensbilanz, die sich auf genau 983 Millionen Euro beläuft, der spanischen Regierung übermittelt wurde, damit diese den Antrag beim Solidaritätsfonds der Europäischen Union (EUSF) entsprechend korrigieren kann.

Für die Bilanz wurden nach Auskunft von Rodríguez Daten von verschiedenen Behörden zusammengetragen. Anhand der Angaben der Inselverwaltung, der Stadtverwaltungen der betroffenen Gemeinden, der Versicherungsunternehmen und einer spezialisierten Beratungsfirma wurde die Höhe des Schadens ermittelt, erklärte er. Je nach Beurteilung des Antrags könnten allerdings, so der kanarische Finanzminister, höchstens 24 Millionen Euro aus dem EU-Solidaritätsfonds nach La Palma fließen.

Der Solidaritätsfonds legt je nach Schwere und Gebiet (regional oder überregional) der Katastrophe Schwellenwerte für die finanzielle Unterstützung fest, für die auch das Bruttoinlandsprodukt zugrunde gelegt wird. Im Falle der Vulkankatastrophe auf La Palma liegt der Schwellenwert bei 2,5%.

„Ein bescheidener Beitrag“

„Es handelt sich um einen bescheidenen Beitrag im Verhältnis zu der Höhe des Schadens, der durch die Eruption entstanden ist, doch jeder Euro zählt“, erklärte Rodríguez und versicherte, dass der ursprüngliche Antrag fristgerecht beim Solidaritätsfonds der EU eingereicht wurde und nun lediglich korrigiert bzw. aktualisiert wird.

Die finanzielle Beihilfe, die schließlich aus dem Solidaritätsfonds nach La Palma fließen werde, könne lediglich für die Reparatur öffentlicher Infrastrukturen genutzt werden. Ein Einsatz für die Schäden im privaten Bereich ist nicht vorgesehen.

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