Kein Ende der Eruption in Sicht

Mit Entwarnung ist vorerst nicht zu rechnen. Das eindrucksvolle Foto vom 17. Oktober zeigt, mit welcher Intensität der Vulkan Asche und Lava ausspuckt. Foto: EFE

Mit Entwarnung ist vorerst nicht zu rechnen. Das eindrucksvolle Foto vom 17. Oktober zeigt, mit welcher Intensität der Vulkan Asche und Lava ausspuckt. Foto: EFE

Wissenschaftler gehen nicht davon aus, dass der Vulkan sich kurz- oder mittelfristig beruhigen wird

La Palma – Auch einen Monat nach seinem plötzlichen Ausbruch spuckt der Vulkan an der Bergkette Cumbre Vieja weiter Asche und Lava, die auf ihrem Weg zum Meer jeden Tag mehr Zerstörung anrichtet. Die Zahl der Evakuierten ist auf über 7.000 Personen gestiegen, und täglich muss mit der Räumung neuer Ortschaften gerechnet werden.

Nachdem zunächst nur einige Anwohner des Ortes La Laguna in Los Llanos de Aridane ihre Häuser verlassen mussten, sah sich die kanarische Regierung am 15. Oktober gezwungen, die ganze Ortschaft zu evakuieren. Zig Lkw-Ladungen an Möbeln und Haushaltsgegenständen wurden weggefahren, und den Anwohnern blieb nichts anderes übrig, als die Hoffnung, dass der Lavastrom zum Stillstand kommt. Doch dieser bewegte sich weiter in Richtung Meer und verschlang auf seinem Weg nicht nur Wohnhäuser, sondern auch den Fußballplatz und den Supermarkt des kleinen Ortes. Bei Redaktionsschluss befand sich diese Lavazunge nur noch 200 Meter von der Küste entfernt und bewegte sich weiter langsam Richtung Meer.

Die neueste Grafik des europäischen satellitengestützten Erdbeobachtungsprogramms Copernicus zeigt bei der letzten Aktualisierung am 17. Oktober den Weg der Zerstörung der verschiedenen Lavazungen. Laut Copernicus ist durch Satellitenaufnahmen zu erkennen, dass bislang 1.835 Gebäude zerstört wurden. Foto: Copernicus
Die neueste Grafik des europäischen satellitengestützten Erdbeobachtungsprogramms Copernicus zeigt bei der letzten Aktualisierung am 17. Oktober den Weg der Zerstörung der verschiedenen Lavazungen. Laut Copernicus ist durch Satellitenaufnahmen zu erkennen, dass bislang 1.835 Gebäude zerstört wurden. Foto: Copernicus

Unterdessen machen die Wissenschaftler keine Hoffnung auf ein baldiges Ende der Eruption. Wie María José Blanco, Direktorin des staatlichen geografischen Instituts (Instituto Geográfico Nacional, IGN), mitteilte, setzt der Vulkan täglich über 17.700 Tonnen Schwefeldioxid frei, was keinesfalls als Hinweis auf eine baldige Abschwächung aufgefasst werden kann. Um von einer bevorstehenden Beruhigung sprechen zu können, müssten die Emissionen laut Blanco auf täglich 100 Tonnen zurückgehen. Auch zwei weitere Indikatoren lassen laut der Wissenschaftlerin nicht auf ein baldiges Ende des Vulkanausbruchs schließen; die Zahl der Erdbeben und die Verformung des Bodens. Als Beispiel: Allein am 18. Oktober wurden vom IGN 66 Erdbeben unterschiedlicher Stärke im Süden La Palmas – alle innerhalb der Gemeindegebiete von Mazo und Fuencaliente – registriert. Das heftigste Beben hatte eine Stärke von 4,3 auf der Richterskala, und das Epizentrum lag in 37 Kilometern Tiefe. Weniger stark, dafür aber oberflächlicher, waren viele der anderen Beben mit einer Stärke zwischen 2 und 3 auf Richterskala.

Flugverkehr erneut unterbrochen

Die kanarische Airline Binter musste am 16. Oktober die Flugverbindungen von und nach La Palma erneut einstellen, nachdem sich am 15. Oktober ein neuer Schlot aufgetan hatte, der Asche und Pyroklasten spuckte. Lava trat aus diesem neuen Schlot zunächst nicht aus, dafür sorgte er für eine Aschewolke, die eine Höhe von 4.500 Metern erreichte und sich aufgrund der herrschenden Windverhältisse Richtung Nordosten bewegte.

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