Initiative für eine rauchfreie Insel

Im Juli führten Freiwillige auf der nördlich von Lanzarote gelegenen kleinsten Insel der Kanaren eine Säuberungsaktion durch. Dabei wurde eine ebenso erstaunliche wie erschreckende Zahl von Zigarettenkippen am Strand von Caleta de Sebo und in den umliegenden Gassen des kleinen Küstenortes gesammelt. Fotos: ayuntamiento de teguise

Im Juli führten Freiwillige auf der nördlich von Lanzarote gelegenen kleinsten Insel der Kanaren eine Säuberungsaktion durch. Dabei wurde eine ebenso erstaunliche wie erschreckende Zahl von Zigarettenkippen am Strand von Caleta de Sebo und in den umliegenden Gassen des kleinen Küstenortes gesammelt. Fotos: ayuntamiento de teguise

Teguise hat mit „La Graciosa, Isla Sin Humo“ in Zusammenarbeit mit Philip Morris den Zigaretten den Kampf angesagt

La Graciosa – Der Bürgermeister von Teguise, Oswaldo Betancort, hat die Kampagne „La Graciosa, Isla Sin Humo“ präsentiert, deren Ziel es ist, La Graciosa als erste spanische Insel mit dem „Smoke Free“ Zertifikat zu versehen. Die kleine Kanareninsel wäre dann weltweit die zweite Insel mit diesem Zertifikat, nach der griechischen Insel Astypalea, die es im Jahr 2019 erhalten hat. Zu der Kampagne gehören Aktionen wie die im Juli durchgeführte Säuberung des Strandes Caleta de Sebo, bei der 40 Freiwillige mehr als 15.000 Zigarettenkippen gesammelt und in den dafür bereitgestellten Container entsorgt haben. Die Bevölkerung soll durch Aktionen wie diese für das Umweltproblem der Zigarettenkippen sensibilisiert werden, die oft so achtlos weggeschnippt werden.

Im Juli führten Freiwillige auf der nördlich von Lanzarote gelegenen kleinsten Insel der Kanaren eine Säuberungsaktion durch. Dabei wurde eine ebenso erstaunliche wie erschreckende Zahl von Zigarettenkippen am Strand von Caleta de Sebo und in den umliegenden Gassen des kleinen Küstenortes gesammelt. Foto: ayuntamiento de teguise
Im Juli führten Freiwillige auf der nördlich von Lanzarote gelegenen kleinsten Insel der Kanaren eine Säuberungsaktion durch. Dabei wurde eine ebenso erstaunliche wie erschreckende Zahl von Zigarettenkippen am Strand von Caleta de Sebo und in den umliegenden Gassen des kleinen Küstenortes gesammelt. Foto: ayuntamiento de teguise

Die Chinijo-Inselgruppe, zu der auch La Graciosa gehört, gilt als das letzte naturbelassene Paradies der Kanarischen Inseln. Seit 2003 stehen die Inseln La Graciosa, Alegranza, Roque del Este, Roque del Oeste und Montaña Clara als Biosphärenreservat unter dem Schutz der UNESCO. Gerade hier stellen umweltschädigende Abfälle wie Zigarettenkippen eine große Gefahr für die fragile Natur dar. Kippen sind das häufigste Abfallprodukt an Stränden; sie belasten mit ihren Giftstoffen die Umwelt und brauchen 12 Jahre, um sich zu zersetzen.

Die Kampagne für die Zertifizierung La Graciosas als rauchfreie Insel begann bereits am 3. Juni letzten Jahres, als das Plenum des Stadtrats von Teguise einstimmig die Unterzeichnung des Kooperationsvertrags mit Philip Morris Spanien, dem international führenden Unternehmen seines Sektors in Bezug auf die Umstellung auf rauchfreie Alternativen, genehmigte. Diese Zertifizierung erfolgt nach erfolgreichem Bestehen des Audits des dafür entwickelten Protokolls durch die Zertifizierungsstelle TÜV Österreich, einer unabhängigen Organisation, die in mehr als 40 Ländern in Sektoren wie Industrie, Energie, Infrastruktur und Transport tätig ist.

Die „Smoke Free“ Zertifizierung durch den TÜV Österreich für rauchfreie Umgebungen bedeutet, über das hinauszugehen, was die nationale Gesetzgebung vorschreibt, sowie die Durchführung aktiver Präventions- und öffentlicher Informationskampagnen mit dem Ziel der Einschränkung des Rauchens. Zu den Hauptzielen des „Smoke Free Culture“-Ansatzes gehört es, Raucher für die Schäden des Rauchens zu sensibilisieren, sie zu ermutigen, mit dem Rauchen aufzuhören und sie über die Vorteile einer rauchfreien Umgebung zu informieren.

Im Juli führten Freiwillige auf der nördlich von Lanzarote gelegenen kleinsten Insel der Kanaren eine Säuberungsaktion durch. Dabei wurde eine ebenso erstaunliche wie erschreckende Zahl von Zigarettenkippen am Strand von Caleta de Sebo und in den umliegenden Gassen des kleinen Küstenortes gesammelt. Foto: ayuntamiento de teguise
Im Juli führten Freiwillige auf der nördlich von Lanzarote gelegenen kleinsten Insel der Kanaren eine Säuberungsaktion durch. Dabei wurde eine ebenso erstaunliche wie erschreckende Zahl von Zigarettenkippen am Strand von Caleta de Sebo und in den umliegenden Gassen des kleinen Küstenortes gesammelt. Foto: ayuntamiento de teguise

Hand in Hand mit der Industrie gehen

Die Opposition im Rathaus von Teguise, die sozialistische Fraktion PSOE, die zunächst der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags mit Philip Morris zugestimmt hatte, stellte einen Antrag, um die Zusammenarbeit mit dem Tabakunternehmen zu beenden mit der Begründung, dies habe keinen finanziellen Vorteil für die Gemeinde. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt. Der Bürgermeister räumte ein, dass es fragwürdig sein mag, mit einem Tabakkonzern zu kooperieren, aber er hielt es für entscheidend, in diesem Prozess Hand in Hand mit der Industrie zu gehen, weil auf diese Weise die Verbraucher schneller erreicht werden können.

Der Geschäftsführer von Philip Morris auf den Inseln, Jörg Zangen, erklärte: „Wir wissen, dass viele nicht verstehen, wie eine Organisation wie Philip Morris, die sich dem Verkauf von Zigaretten gewidmet hat, sich zum Ziel gesetzt hat, den Tabakrauch aus der Welt zu schaffen. Initiativen wie diese helfen uns bei der Erklärung dazu: Es ist keine Unstimmigkeit, es ist die logische Konsequenz eines verantwortungsvollen Unternehmens, das sich der Notwendigkeit von Veränderungen bewusst ist.“ Weiterhin erklärte Zangen: „Wissenschaftliche Studien zeigen, dass rauchfreie Alternativen das Vorhandensein von giftigen Inhaltsstoffen um 90 bis 95% reduzieren, da gerade der Rauch etwa 6.000 chemische Substanzen enthält, von denen etwa 100 schädlich oder potenziell schädlich sind. Dies ist die Hauptursache für rauchbedingte Krankheiten.“

Ärzte und Apotheker sehen die Kampagne kritisch

Das Kollegium der Ärzte von Las Palmas und das Kollegium der Apotheker, der Zahnärzte und der Physiotherapeuten der Kanarischen Inseln sind gegen diese Art von Kampagnen. Sie sind der Meinung, dass Tabakkonzerne wie Philip Morris damit versuchen, den Verkauf von Tabakprodukten wie IQOS-Geräte zu steigern. Dabei seien solche Produkte eindeutig ebenfalls gesundheitsschädlich.
Mehr Infos über die Initiative „La Graciosa, Isla Sin Humo“ gibt es auf der Web www.lagraciosasinhumo.com

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