Die einzigartige Sprache einer Insel


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EU-Kommissar sichert der Insel Unterstützung für den Erhalt der Pfeifsprache zu

Die Europäische Union hat über ihren Kommissar für Mehrsprachigkeit die Pfeifsprache der Kanareninseln La Gomera – El Silbo – als „Sprache“ anerkannt.

Leonard Orban, der die Insel am 25. Juni in Begleitung der kanarischen Bildungsbeauftragten Milagros Luis besuchte, zeigte sich sehr interessiert an dieser Kommunikationsform und sagte: „Die Pfeifsprache von La Gomera ist Teil des europäischen Erbes und deshalb müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um diese Sprache zu erhalten.“ Orban sicherte Cabildo-Vizepräsident Gregorio Medina gegenüber seine Unterstützung im Rahmen seiner Möglichkeiten zu, um die Anerkennung von „El Silbo“ als nicht materiellen Kulturschatz durch die Unesco zu erreichen.

„Ich freue mich, La Gomera und sein Volk kennenzulernen und ich werde mich bei der EU dafür einsetzen, dass diese besondere Sprache unter Schutz gestellt wird“, versicherte Leonard Orban, dessen Besuch auf den Kanaren das Ziel der Förderung des Sprachunterrichts an Schulen hatte, um die Integration der Emigranten zu fördern.

Die Pfeifsprache von La Gomera setzt heute die Muttersprache der Einwohner, das Spanische, in Pfiffe um. Zu Zeiten der Eroberung allerdings pfiffen die Eingeborenen sich ihre Nachrichten in ihrer damaligen Sprache zu. Da Pfiffe wesentlich weiter tragen als Rufe, hatten die Ureinwohner La Gomeras mit ihrer Pfeifsprache ein ungeheuer praktisches Kommunikationssystem entwickelt, das ihnen lange beschwerliche Wege die Schluchten hinauf und hinunter ersparte und in Gefahrensituationen auch eine Schnellwarnung oder rasche Hilfe ermöglichte. Im Zeitalter der Telekommunikation ist diese besondere Verständigungsart zwar überflüssig geworden, wird aber seit zehn Jahren als Unterrichtsfach in den Inselschulen wieder gelehrt, um die Tradition zu bewahren.




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