Behinderte Sportler wollen über den Atlantik rudern


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Bruno Franck und Dominique Benassi nehmen an der Ruderregatta „Atlantic Rowing Challenge 2005“ teil, die am 27. November von La Gomera aus startet

Die Franzosen Bruno Franck und Dominique Benassi sind die ersten körperlich behinderten Sportler, die versuchen werden, den Atlantik in einem Ruderboot zu überqueren. Am 27. November startet im Hafen von San Sebastián de La Gomera die transatlantische Regatta „Atlantic Rowing Challenge 2005“, zu der sich 26 Teams angemeldet haben.

In Einmann-, Zweimann- und Viermann-Ruderbooten werden die Sportler von La Gomera aus in See stechen und darum kämpfen, als erste ihrer Klasse am Ziel zu sein. Der Zielhafen liegt in der Karibik, auf der Insel Antigua.

Es gilt, die 2900 Seemeilen zu bewältigen, die zwischen La Gomera und Antigua liegen, wobei Pausen nur selten eingelegt werden. Bei den Ruderbooten handelt es sich um Spezialanfertigungen. In diesem Jahr sind 2 Einmann-, 4 Viermann- und 20 Zweimann-Boote angemeldet.

Die Teilnehmer stellen sich bei dieser Regatta einer großen Herausforderung, denn sie werden Tag und Nacht rudern, um die Atlantiküberquerung in möglichst kurzer Zeit zu schaffen. Der Rekord, den 2003 die Neuseeländer Kevin Biggar und James Fitzgerald aufstellten, liegt bei 40 Tagen, 5 Stunden und 31 Minuten.

Schon mehrere Wochen vor Beginn der Regatta wurde die Insel La Gomera förmlich überfallen. Die Ruderer, ihre mehrköpfigen Teams, die Organisatoren und nicht zuletzt die Boote waren bereits angekommen, um letzte Vorbereitungen vor Ort zu treffen. Ein geschäftiges Treiben herrschte, während die Teilnehmer ihren Proviant an Bord brachten, ihre Ausrüstung zum zigsten Male überprüften und sich gegenseitig vorstellten. Zwar kannten sich die Teilnehmer vorher nicht, doch es herrschte eine kamaradschaftliche Stimmung und eine herzliche Atmosphäre.

Unter den bereits auf La Gomera eingetroffenen Teilnehmern sind auch die Franzosen Bruno Franck (40) und Dominique Benassi (44), die mit ihrer Teilnahme zeigen wollen, dass auch Menschen mit Behinderungen zu außergewöhnlichen Leistungen fähig sind und an großen sportlichen Events teilnehmen können. Beide sind beinamputiert.

Bruno Franck verlor sein rechtes Bein im Alter von 18 Jahren, als er im Libanonkrieg auf einem Flugzeugträger im Einsatz war. Dominique Benassi zerfetzte eine Kugel bei einem Streit in einer Bar vor Jahren ebenfalls das rechte Bein, so dass es amputiert werden musste.

Doch die beiden Extremsportler lassen sich nicht unterkriegen. Benassi war mittlerweile schon sieben Mal Weltmeister im Triathlon und Franck ist Fußballprofi und Taucher.

Über ihren Verband „Bout de Vie“ – so heißt übrigens auch ihr Boot – versuchen sie außerdem, körperlich behinderten Menschen ein Vorbild zu sein und neuen Mut zu geben.




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