Vergebliche Suche nach vermisstem Immigranten


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Ein Boot mit afrikanischen Einwanderern kenterte vor Gran Canaria

Auf Gran Canaria sind an einem Tag zwei offene Holzboote mit insgesamt fünfzig Insassen angekommen, die möglicherweise gleichzeitig in Kap Bojador, Westsahara, in See gestochen sind.

Das erste Flüchtlingsboot, mit 23 Männern und zwei Frauen an Bord, erreichte um 3 Uhr früh die Küste von Meloneras in San Bartolomé de Tirajana.

Die zweite „Patera“ wurde zwei Stunden später weiter nördlich in drei Seemeilen Entfernung vom Strand San Agustín von einem Schiff der Guardia Civil abgefangen und schlug um, als die Patrouille sich näherte.

Fünfundzwanzig der Insassen, darunter zwei Frauen, konnten an Bord genommen werden. Auf der Fahrt zum Hafen von Arguineguín wurde den Geretteten plötzlich klar, dass einer von ihnen fehlte, und sie alarmierten die Besatzung. Daraufhin wurde eine Suchaktion gestartet, an der sich auch das Guardia Civil-Schiff wieder beteiligte, nachdem die Immigranten im Hafen an Land gegangen waren.

Die Boote, in denen die Ankömmlinge die über 150 Kilometer weite Fahrt über das Meer unternommen haben, sind so klein, dass kaum alle hineinpassten. Das Boot schlug wahrscheinlich um, weil die Annäherung der Guardia Civil-Streife für Aufregung unter den Insassen sorgte und so das prekäre Gleichgewicht des überladenen Bootes gestört wurde.

In diesem Jahr sind bisher fünf Flüchtlingsboote mit insgesamt 114 Personen an Bord auf den Kanaren angekommen, alle auf der Insel Gran Canaria.

Die Zahl der undokumentierten Migranten, die auch als „Papierlose“ bezeichnet werden, die über die Kanarischen Inseln nach Europa einwandern, hat sich in den letzten Jahren stark reduziert. 2013 waren es zehn Pateras mit 196 Personen an Bord, im Jahr davor 17 Boote und 200 Personen und in 2011 kamen 27 Boote an. 




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